15 Sicherheitsregeln beim Arbeiten mit Elektrowerkzeug

Lesezeit: 12 Min.

Unfälle passieren bei der Holzbearbeitung leider immer wieder. Vor allem Arbeitsunfälle mit Elektromaschinen verursachen schwerwiegende Verletzungen. Wenn Du grundlegende Sicherheitsregeln kennst und beherzigst, kannst Du viele Gefahrenquellen verhindern. Lerne sie kennen, denn am Ende des Tages zählt, mit zwei Händen und zehn Fingern Spaß am Holzwerken zu haben.

Sicherheitsregeln für Elektrowerkzeug zur Holzbearbeitung wie Tischkreissäge, Oberfräse, Kappsäge und Bandsäge.

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Michael* brauchte viele kurze Latten für ein Kinderbettgestell mit Herausfallschutz. Er fing also an, an der Kappsäge 2 m lange Latten zurechtzusägen. Trotz der monotonen Arbeit – ablängen, Latte verschieben, ablängen – kam er in einen guten Workflow. Die Musik spornte ihn an, schnell und effizient zu arbeiten. Bei der vorletzten Latte war er vollends im Flow. Er blickte auf den Stapel bereits zugesägter Latten, schob dabei das Holz weiter und löste den nächsten Kappschnitt aus. Michael spürte unmittelbar einen unbeschreiblichen Schmerz am linken Unterarm.

Reflexartig zog er seinen Arm von der Säge weg, aber die dazugehörige Hand blieb auf dem Maschinentisch liegen . . .

Michael hatte die zuzusägende Latte nach jeden Kappschnitt wieder an den Anschlag geschoben. Er hatte vergessen, seine Hand neu zu positionieren und war mit dem Unterarm in die Schnittlinie geraten. Michael trennte sich so die Hand knapp unter dem Handgelenk vollständig ab.

Name frei erfunden. Unfallhergang gem. Unfallbeispiel S. 124 BGHM „Holzbearbeitungsmaschinen“.

Im Jahr 2019 und 2020 gab es jeweils deutlich über 100.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft Holz und Metall. Diese Zahl ist enorm hoch. Bei 250 Arbeitstagen pro Jahr ergibt das durchschnittlich 600 Arbeitsunfälle pro Tag.

600 Arbeitsunfälle ausgebildeter Handwerker pro Tag. Eine Statistik für private Holzwerker ist mir nicht bekannt. Da wir keiner Kontrolle einer BG oder durch Arbeitsschützer unterliegen, sind wir selber für uns verantwortlich.

Wir sollten uns mit den möglichen Gefahren, die von Elektrowerkzeugen für die Holzbearbeitung ausgehen, daher eingehend auseinandersetzen. Mit diesem Artikel möchte ich Dir helfen, Gefahren besser zu erkennen und einschätzen zu können.

Dieser Artikel wird durch ergänzt durch den Artikel über die spezifischen Gefahrenquellen von Kreissägen.

Sorge für eine sichere Führung des Werkstücks

Das Werkstück muss bei der Bearbeitung an Elektrowerkzeug immer sicher geführt werden können. Eine sichere Führung des Werkstücks bedeutet:

  • Das Werkstück kann sich nicht zwischen einem Anschlag und der Schneide des Werkzeugs verkanten (⇒ Kickbackgefahr).
  • Das Werkstück kann nicht kippen oder umfallen, während es bearbeitet wird.
  • Du hast jederzeit Kontrolle über den Vorschub des Werkstücks, kannst die Bearbeitung jederzeit stoppen und das Werkzeug abschalten.
  • Deine Finger nicht sind nicht im Gefahrenbereich des Werkzeugs und kommen nicht hinein.
  • Wird ein Teil des Werkstücks abgeschnitten, dann wird das Abfallholz gestützt, damit es nicht herunterfallen kann und es sich nicht verkanten kann.
  • Die Bearbeitung kann jederzeit gefahrlos unterbrochen oder gestoppt werden.

Kannst Du das Werkstück nicht sicher führen, setzt Du Dich einerseits der Gefahr eines Kick-Backs aus. Andererseits kannst Du abrutschen und mit den Fingern oder der Hand in das Werkzeug kommen.

Verwende einen Schiebestock oder ein Opferholz

Benutze bei Deinen Arbeitsschritten einen Schiebestock (oder eine Variante davon) oder ein Opferholz. Welches der Hilfsmittel sich als am zweckmäßigsten erweist, hängt vom Arbeitsgang an. Ein Opferholz bietet zusätzlich den Vorteil, dass sich damit Ausrisse reduzieren lassen.

Nutze Schiebestock und Opferholz so konsequent wie möglich. Je öfter Du diese Hilfsmittel Du benutzt, desto genauer kannst Du mit der Zeit damit arbeiten und desto seltener befinden sich Deine Finger und Hände überhaupt nur in der Nähe der Werkzeugschneiden.

Ja, manchmal macht man „nur mal eben/schnell“ und braucht dafür keine Schiebestöcke – weil man sie mal wieder verlegt hat. Das sind aber die Momente, in denen es zur Verletzung kommt – wie bei der letzten Skiabfahrt.

Fixiere das Werkstück, wenn Du das Werkzeug bewegst – und andersrum

Bewegst Du das Werkzeug wie beispielsweise eine Handkreissäge, Kappsäge oder Oberfräse, um das Werkstück zu bearbeiten, dann fixiere das Werkstück. Die schnell drehenden Schneiden eines Elektrowerkzeugs schleudern ein loses Stück Holz leicht weg – meist in Deine Richtung.

Ein loses Werkstück verkantet sich außerdem leicht. Das führt zu einem Kickback. Bei einem Kickback kommt Dir entweder das Werkzeug oder das Werkstück entgegen. Beides birgt Verletzungsgefahr.

Das Festhalten des Werkstückes ist übrigens nicht immer eine adäquate Fixierung. Nutze am besten Zwingen. Fixierst Du das Werkstück mit Deiner Hand und es tritt ein Kickback auf, kann Deine Hand oder Deine Finger in die Schneiden kommen.

Das Gleiche gilt andersherum ebenfalls: Schiebst Du das Werkstück über Dein Werkzeug (Tischkreissäge, Frästisch), um es zu bearbeiten, dann fixiere das Werkzeug.

Das klingt erstmal komisch. Was ich damit meine: Sichere die Tischkreissäge oder den Frästisch gegen Verrutschen, indem Du die Rollen arretierst. Stelle zudem sicher, dass alle Anschläge fest eingestellt sind. Verschiebt sich ein Anschlag, kann Deine Hand in den Gefahrenbereich oder die Schneiden abgleiten. Es kann aber auch das Werkstück verkanten und dadurch ein Kickback entstehen.

Lasse die Sicherheitsvorrichtungen montiert

Die Sicherheitsvorrichtungen schützen im Notfall Deine Finger, Hände oder Gliedmaßen. Sie wurden nach schmerzhaften Erfahrungen Anderer entwickelt und stellen einen guten Kompromiss zwischen Sicherheit und Nutzbarkeit dar.

Du solltest sie daher nicht abmontieren. Natürlich gibt es Arbeitsgänge, in denen das notwendig sein kann. Sie stellen aber die Ausnahme dar und rechtfertigen das dauerhafte Entfernen der Sicherheitsvorrichtungen nicht.

Baue die Sicherheitsvorrichtungen (Spaltkeil, Abdeckhaube, etc.) an Deinen Elektrowerkzeugen nur mit gutem Grund ab. Montiere sie nach dem speziellen Arbeitsgang sofort wieder.

Besonders oft sieht man auf YouTube, dass die Sicherheitsvorrichtungen fehlen. Die Argumentation dahinter: Der Zuschauer erkennt besser, was gerade passiert. Das fördert meiner Meinung nach unsicheres Arbeiten und ist unzweckmäßig.

Ausnahmen von dieser Regel

Wie bei jeder Regel gibt es auch hier Ausnahmen. Zwei häufige bei Kreissägen: Verdeckte Schnitte und Einsetzsägen.

  1. Bei verdeckten Schnitten wird nicht durch das gesamte Werkstück durchgesägt. Die Abdeckhaube ist also im Weg und muss an (Bau-)Tischkreissägen abmontiert werden.
  2. Beim Einsetzsägen beginnst und beendest Du einen Schnitt im Werkstück. Dafür muss das Sägeblatt in das Werkstück eintauchen – bei einer Tischkreissäge von unten, bei einer Handkreissäge von oben.

An Tischkreissägen musst Du für das Einsetzsägen die Abdeckhaube und den Spaltkeil entfernen. Eine Tauchkreissäge stellt allerdings das zweckmäßigere Werkzeug dar. Mit ihr kannst Du den Arbeitsschritt sicherer durchführen.

Überlege Dir daher vor jedem Arbeitsschritt, ob das Abmontieren der Sicherheitseinrichtungen wirklich notwendig ist. Kannst Du das Ziel auch mit ihnen erreichen, lasse sie dran.

Montiere die Sicherheitsvorrichtungen sofort nach dem Arbeitsschritt wieder, wenn es unvermeidbar ist, sie zu entfernen.

Für das Abmontieren des Spaltkeils oder der Pendelhaube von einer Handkreissäge gibt es meiner Meinung nach keine Rechtfertigung. Wer mit einer Handkreissäge in ein Werkstück eintauchen muss, sollte eine Tauchkreissäge benutzen, die genau dafür konzipiert wurde. Die Rückschlaggefahr und die möglichen Verletzungen sind einfach zu groß.

Prüfe das Werkstück auf lose Stellen

Prüfe das Werkstück vor der Bearbeitung auf lose oder lockere Stellen, Risse und Fremdkörper. All das stellt Gefahrenquellen dar.

Fremdkörper wie Nägel, Äste, etc. können Dein Werkzeug beschädigen und dabei einen Kick-Back o. ä. erzeugen. Sie können sich während der Bearbeitung aber auch lösen und in Deine Richtung geschleudert werden.

Lockere Stelle oder Risse können auf-/abbrechen und dadurch das Werkstück verrutschen. Das kann zu einem Kick-Back führen oder dazu, dass Du mit der Hand abrutscht und in den Gefahrenbereich gerätst.

Führe das Werkstück immer im Gegenlauf

Diese Regel betrifft Werkzeug mit einer rotierenden Schneide, also hauptsächlich Fräsen und Kreissägen. Da diese Werkzeuge aber die meistgenutzten sein dürften, bekommt sie umso mehr Gewicht.

Das Werkstück muss immer im Gegenlauf zur Drehrichtung der Schneide geführt werden. Dreht sich die Scheide zu Dir her, musst Du das Werkstück, gegen diese Drehrichtung, also von Dir weg schieben.

Das klingt erst einmal etwas abstrakt, daher erkläre ich das am Beispiel der Tischkreissäge. Bei der Tischkreissäge dreht sich das Sägeblatt und damit die Schneide(n) zu mir. Das Werkstück muss ich also von mir weg über den Maschinentisch schieben. So wird es entgegen der Drehrichtung der Schneiden (=im Gegenlauf) geführt.

Wird das Werkstück in der gleichen Richtung wie die Drehrichtung der Schneiden geschoben (=im Gleichlauf), greifen die Schneiden in das Werkstück, ziehen es mit und beschleunigen es. Das Werkstück wird quasi „weggeschossen“. Das würde passieren, wenn das Werkstück von „hinten“ nach „vorne“ über die Tischkreissäge geschoben wird.

Illustration der sicheren Vorschubrichtung eines Werkstücks im Gegenlauf auf einer Tischkreissäge
Darstellung von Gleichlauf und Gegenlauf auf einer Tischkreissäge

Jetzt wirst Du vermutlich denken: „Ist ja klar. Das macht keiner, so blöd ist doch niemand.“ Mag auf den ersten Blick stimmen.

Einerseits ging es aber darum, Gleichlauf und Gegenlauf einfach zu erklären. Andererseits kommt das häufiger vor, als Du denkst: Und zwar, wenn das Werkstück bei laufendem Sägeblatt nach hinten gezogen wird (weil es klemmt, oder andere „gute“ Gründe). Hierbei bewegt es sich im Gleichlauf und es gibt eine immense Kickback Gefahr.

Deutlich relevanter wird die Gegenlauf-Thematik allerdings bei der Oberfräse und Tischfräse. Dadurch, dass die Schneide des Fräsers grundsätzlich erstmal an jeder Seite mit dem Werkstück in Berührung kommen kann, ist es wichtig zu wissen, in welche Richtung man die Fräse/das Werkstück dann führt.

Fräst Du im Gleichlauf, greift die Schneide des Fräsers – wie bei der Kreissäge – in das Werkstück und beschleunigt entweder das Werkstück oder den Fräser. Auf der Tischfräse kann es auf diese Weise genauso zu einem Kickback kommen wie auf der Tischkreissäge. Und auch hier können die Finger in die Schneide geraten.

Sei geduldig

Es gibt Momente, die nur schwer abzuwarten sind. Geduldig zuzusehen, bis die Kreissäge oder der Fräser zum Stillstand gekommen ist, bevor das Werkstück weggenommen oder der Abschnitt entfernt wird, gehört für mich definitiv dazu.

In den Gefahrenbereich zu greifen, bevor das Werkzeug vollständig still steht, ist aber eine gefährliche Angewohnheit. Bringe die Geduld auf, zu warten, bis sich nichts mehr bewegt – auch wenn es schwerfällt.

Selbst ein langsam drehendes Sägeblatt kann tiefe Schnittwunden erzeugen. Vor allem, wenn Du Dein Werkzeug stets scharf hältst.

Verwende nur scharfes Werkzeug

Scharfes Werkzeug ist die Voraussetzung für ausrissfreie Kanten. Es stellt aber auch das sichere Bearbeiten von Werkstücken sicher.

Besonders deutlich ist das bei Handwerkzeugen. Wie bei ungeschärften Messern ist es bei stumpfen Stechbeiteln am wahrscheinlichsten sich zu verletzen, weil der Beitel abrutscht und/oder zu viel Kraft aufgebracht werden muss.

Scharfe Schneiden erleichtern das Führen von Elektrowerkzeugen ebenfalls. Das verringert die Gefahr, abzurutschen, weil beim Vorschub zu viel Kraft aufgewendet werden musste.

Stumpfe Fräser brechen auch eher, weil Du mit mehr Kraft drückst. Sie können dadurch zum Geschoss werden. Ungeschärfte Schneiden bergen aber noch ein anderes Risiko: Brandgefahr.

Durch stumpfes Werkzeug erhöht sich die Reibung am Holz. Es entstehen dadurch erst Brandflecken und im schlimmsten Fall Glutnester. Beim Bearbeiten wird das glimmende Holz durch das Werkzeug zerspant und abgesaugt.

Der Luftstrom im Staubfangsack fördert die Entwicklung eines ordentlichen Feuers. Prüfe daher bei Brandflecken am Werkstück immer die Absaugung auf Glutnester und entleere den Staubfangsack.

Ziehe den Netzstecker vor Wartung, Reinigung oder Justage

Wenn Du Elektrowerkzeug wartest, reinigst oder justierst, dann ziehe vorher immer den Netzstecker. Das verhindert, dass das Werkzeug während dieser Arbeit unerwartet anläuft.

Diese Regel mag lächerlich erscheinen: „Wer schaltet denn bitte das Werkzeug währenddessen ein?“ Berechtigt ist sie trotzdem. Denn: Der Teufel ist ein Eichhörnchen.

Bei einer der Tätigkeiten kannst Du beispielsweise abrutschen und auf den Einschaltknopf kommen. Oder etwas fällt um und schlägt gegen den Einschaltknopf. Oder Du beschädigst die Maschine und bekommst einen Stromschlag ab. Oder …

Es gibt einige Varianten, wie ein Unfall bei der Wartung, Reinigung oder Justage wie auch beim Sägeblattwechsel oder Fräserwechsel passieren kann. Klar, es ist unwahrscheinlich, aber das trifft auf die meisten Unfälle zu.

Achte auf richtige Arbeitskleidung

Illustration der sicheren Vorschubrichtung eines Werkstücks im Gegenlauf auf einer Tischkreissäge

Achte darauf, (die) richtige Arbeitskleidung anzuziehen. Damit meine ich nicht, dass Du Engelbert Strauss tragen musst. Du solltest aber passende Kleidung zum Arbeiten wählen.

Trage Schuhe – am besten Sicherheitsschuhe. Ein herabfallendes Werkstückteil kann ziemlich weh tun und ein Stechbeitel wird ebenfalls schmerzhaft.

Trage enganliegende Kleidung, lege Schmuck (vor allem Ketten) ab und binde Deine Haare zusammen, wenn sie lang sind. All das könnte aus Versehen in eine laufende Maschine geraten und Dich hineinziehen.

Achte darauf, immer Gehörschutz, Atemmaske und Schutzbrille zu tragen. Holzstaub kann Krebs verursachen und die Lautstärke bei der Nutzung von Elektrowerkzeug kann das Gehör dauerhaft schädigen. Deine persönliche Schutzausstattung schützt Dich vor diesen Gefahren.

Arbeite nicht mit Gewalt

Arbeite niemals mit Gewalt, wenn etwas nicht geht, klemmt oder anderweitig nicht funktioniert, wie Du das gerne möchtest. Je mehr Kraft Du aufwendest, desto wahrscheinlicher wird es, dass Du abrutschst.

Bei Elektrowerkzeugen signalisiert Dir ein Klemmen des Werkzeugs oder Werkstücks, den Arbeitsschritt zu beenden und zu überdenken. Im Zweifel löst sich ein Klemmen in einem Kickback auf. Insbesondere, wenn es mit Kraft überwunden wird.

Ein festhängendes Werkstück ist zudem einer höheren Reibung ausgesetzt. Die Reibung verursacht Brandflecken und möglicherweise Glutnester. Das kann wiederum eine Brandgefahr darstellen.

Halte Deinen Arbeitsplatz sauber

Halte Deine Werkstatt sauber – bestenfalls auch während der Arbeit. Denn: In einer aufgeräumten Werkstatt kannst Du besser arbeiten, weil weniger Krempel genau dort liegt, wo Du gerade etwas bearbeiten möchtest.

Zudem birgt ein unordentlicher Werkraum Verletzungspotenzial. Getreu dem Motto: „Eine saubere Werkstatt ist eine sichere Werkstatt.“

  • Lose herumstehende Bretter, Latten, etc. können während der Arbeit umkippen. Dabei können sie Dich verletzen. Gefährlicher ist es jedoch, wenn sie beispielsweise in den Arbeitsbereich der Tischkreissäge oder Fräse fallen, während Du dort arbeitest.
  • Holzstapel, die umkippen können entstehen auch während der Arbeit. Sägst Du viele Zuschnitte auf einmal und legst jedes Teil rechts neben dem Parallelanschlag ab, erreicht der Stapel irgendwann eine Höhe, ab der er kippen kann. Im schlechtesten Fall fällt ein Werkstück in das Sägeblatt oder Deinen Sägeschnitt und drückt Deine Hand in das Sägeblatt.
  • Unaufgeräumtes, herumstehendes Material, Werkzeug oder sonstige Dinge stellen zudem Stolperfallen dar. Sie beeinflussen auch die Trittsicherheit. Einem sicheren Stand/Gang kommt allerdings während jedem Arbeitsschritt eine hohe Bedeutung zu.
  • In einer unordentlichen Werkstatt stehen die Chancen auch gut, dass Fluchtwege verbaut sind. Verstelle Dir niemals den Weg zwischen Dir und der Tür.
    • Selbst wenn im Fluchtweg lediglich kleinere Dinge stehen: Im schlimmsten Fall hast Du eine (schwer) verletzte Hand und kannst nur noch mit einer Hand arbeiten, um den Weg freizuräumen. Im Zweifel benötigst Du die Hand aber zur Versorgung der Wunde.
    • Sollte Dein Auge verletzt worden sein, ist es einäugig (oder im Blindflug) ebenfalls schwierig, sich den Weg freizumachen.

Räume deshalb immer alles sicher zur Seite.

Arbeite störungsfrei

Sind mehrere Personen anwesend, dann konzentriere Dich während einem Arbeitsschritt nur auf diesen. Unterhalte Dich dabei nicht. Fokussiere Dich auf die Arbeit.

Stelle außerdem sicher, dass Du Dich bei der Bearbeitung nicht erschreckst. Sei es, weil jemand unerwartet in den Raum hineinkommt oder Dich von hinten antippt. Erkläre Deiner Familie beispielsweise, dass sie nur in die Werkstatt kommen, wenn kein Elektrowerkzeug läuft und es daher still ist.

Halte Hilfs- und Rettungsmittel griffbereit

Es gibt keine 100 prozentige Sicherheit. Dir kann ein Unfall passieren, egal wie sehr Du aufpasst. Sorge deshalb für den Ernstfall vor.

  • Habe einen Verbandskasten griffbereit. Achte darauf, dass er sinnvolles Verbandsmaterial enthält. Im Notfall musst Du eine größere Wunde erstversorgen, da tun es 08/15 Pflaster und ein paar Mullbinden nicht.
  • Halte einen Feuerlöscher griffbereit. Achte darauf, dass der Feuerlöscher auch bei brennender Elektrik verwendet werden kann. Bestenfalls hast Du auch eine Löschdecke zur Verfügung – dann musst Du vielleicht nicht die gesamte Werkstatt und Werkzeug mit Löschschaum „zerstören“.
  • Stelle Dir ein Telefon in die Nähe. So kannst Du schnell Hilfe rufen – und wenn es nur die Familie ein Stockwerk darüber ist.

Höre auf Deine innere Stimme

Zu guter Letzt der vielleicht wichtigste Tipp: Mache den Schnitt oder Arbeitsgang nicht, wenn Du Dich unsicher fühlst. Dein Bauchgefühl kommt nicht von ungefähr.

Wenn Du Dir unsicher bist, überlege wie Du den Arbeitsgang sicherer gestalten kannst. Vermutlich gibt es ein Jig dafür. Sieh Dir Videos auf YouTube zu dem Arbeitsschritt an. Dort wirst Du mit Sicherheit etwas entdecken, wie Du das, was Du vorhast bewerkstelligen kannst. Wenn Du nichts findest, frag jemanden mit Erfahrung (in einem Forum).

Können Dir die Weiten des Internets nicht helfen, den Arbeitsgang sicherer auszuführen, erfindest Du entweder gerade etwas bahnbrechend Neues oder Du machst etwas unnötig Gefährliches und/oder Verrücktes. Die Chancen stehen gut, dass es Letzteres ist und Du Dich verletzen könntest.

Daher höre auf Dein Bauchgefühl und halte Dich an die Phrase:

„When in doubt, don't!“ — „Im Zweifel: Lassen“

Comic Zeichnung eines Schreiners, der in ein Kreissägeblatt greift mit der Aufschrift: „When in doubt, don't!“

Sicherheitsregeln schützen Dich

Mir ist durchaus bewusst, dass manche Gefahren beim Arbeiten sich sehr abstrakt oder unwahrscheinlich anfühlen. Am Ende des Tages hilft es Dir aber wenig, wenn ausgerechnet Du der Pechvogel bist, dem etwas passiert.

Gleichzeitig stellen viele der obigen Punkte auf die ein oder andere Art und Weise eine Einschränkung in Arbeitsabläufen dar. Andere erfordern Disziplin. In jedem Fall sind sie bis zu einem gewissen Grad unbequem. Das sollte Dich aber nicht davon abhalten, Dich so konsequent wie möglich daran zu halten.

Ich erwische mich auch hier und da dabei, wie ich aus Bequemlichkeit eine Sicherheitsregel missachte. Wichtig ist es, das zu erkennen, sich zu hinterfragen und dann das eigene Tun möglichst sicher zu gestalten.

Kennst Du noch weitere Tipps oder Regeln, um die Arbeitssicherheit zu erhöhen oder Arbeitsunfälle zu verhindern? Widersprichst Du mir in manchen Punkten? Schreib mir bitte in diesem Fall einen Kommentar – ich lerne gerne dazu.

Weiterführende Links und Quellen

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