Die persönliche Schutzausstattung beim Holzwerken

Lesezeit: 5 Min.

Schutzausstattung wird beim Holzwerken oft vernachlässigt oder vergessen. Doch gerade bei der Arbeit mit Elektrowerkzeugen ist die richtige Ausstattung sehr wichtig. In diesem Artikel beschreibe ich die Schutzausstattung, die ich für unentbehrlich halte.

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Persönliche Schutzausstattung

Zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zählt Ausrüstung, die vor Gefährdungen der eigenen Sicherheit und Gesundheit schützen. Die PSA wird in drei Kategorien eingeteilt:

Kategorie I schützt vor leichten und „offensichtlichen“ Gefahren. Beispiele sind der Schutz vor Temperaturen bis 50°, starker Sonneneinstrahlung, etc. Kategorie III schützt vor unvorhersehbaren und unkalkulierbaren Gefahren, die irreversible oder sogar tödliche Verletzungen hervorrufen können. Die Kategorie II ist das Auffangbecken. Was nicht in Kategorie I oder III passt, wird in Kategorie II einsortiert.

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Gehörschutz

Die Arbeit mit Elektrowerkzeug ist in der Regel mit einer hohen Lärmbelastung verbunden. Häufig haben Elektrowerkzeuge eine Lärmemission von über 90 dB(A). Ist das Gehör einer langfristigen Lärmbelastung von über 85 dB(A) ausgesetzt, kann dies einen Hörschaden zur Folge haben. Hörschäden sind nicht heilbar!

Aus diesem Grund solltest Du bei der Arbeit mit Elektrowerkzeug immer Gehörschutz tragen. Arbeitslärm ist kalkulierbar, aber keine leichte Gesundheitsgefahr. Deswegen ordne ich Gehörschutz in die PSA Kategorie II ein und halte ihn für sehr wichtig.

Dies gilt auch für kurze Arbeiten. Erstens summieren sich über den Tag diese kurzen Arbeitsabschnitte zu einer erheblichen Gesamtlärmbelastung für das Ohr und zweitens dauert ein „nur-mal-eben“ doch meistens länger als erwartet.

Bei der Wahl Deines Gehörschutzes hast Du mehrere Möglichkeiten:

  1. Hast Du sensible Ohren, sind Gehörschutzstöpsel die richtige Wahl. Hier drückt auch nach langem Tragen nichts. Sie sind aber Einwegprodukte.
  2. Wenn Du kein Problem damit hast, einen Kapselgehörschutz zu tragen, ist beispielsweise ein Peltor eine gute Wahl. Es gibt ihn auch mit eingebautem Radio und sogar mit Bluetooth, sodass Du beim Arbeiten bequem Musik hören kannst. Auch wenn Du einen Kapselgehörschutz sehr oft wiederverwenden kannst, solltest Du aus hygienischen Gründen ab und an die Einlagen tauschen.
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Atemschutz mit Schutzmaske

Holzstaub entsteht bei jeder zerspanenden Bearbeitung von Holz sowie Holzwerkstoffen oder Holzverbundstoffen durch Maschinen oder Handarbeit. Die Arbeit mit Elektrowerkzeug erzeugt besonders viel und feinen Holzstaub. Holzstaub mancher Holzarten ist als krebserzeugend eingestuft. Atemschutz ordne ich daher ebenfalls in die PSA Kategorie II ein.

Auch wenn Du mit gutem Werkzeug und Absaugung arbeitest, solltest Du unbedingt eine Staubschutzmaske tragen. Holzstaub entsteht nämlich immer und wird auch nie komplett abgesaugt.

Maskenarten gibt es viele. Ich benutze die 6500er Maske von 3M mit Schnellöffnung. Die Maske ist stabil aber weich und hat einen guten Tragekomfort. Die Schnellöffnungsfunktion finde ich großartig. Bei Arbeitspausen kann die Maske quasi heruntergeklappt werden, ohne sie wirklich abzunehmen. Sie hängt dann um den Hals und wenn Du weiterarbeitest, klappst Du sie einfach hoch und hast direkt wieder den Staubschutz.

Schütze Dich vor belastendem Holzstaub

Die Maske kann viele verschiedene Filter aufnehmen. Normalerweise sind Partikelfilter vollkommen ausreichend. Partikelfilter schützen gegen gesundheitsschädliche und krebserzeugende Partikel auf Wasser- und Ölbasis. Partikelfilter des Typs P1 filtern mindestens 80 % der Schadstoffe aus der Luft, P2 filtert mindestens 94 % der Schadstoffe und P3 mindestens 99,95 %.

Für meine Maske entspricht der Filter 2125  dem P2 Standard (Spare ~10% ggü dem Einzelpreis, wenn Du ein 10er Pack des Filters kaufst). Der Filter 2128 entspricht ebenfalls dem Typ P2 und schützt zusätzlich gegen organische und saure Gase und Dämpfe. Der Filter 2138 besitzt den höheren Schutzstandard P3 und filtert ebenfalls zusätzlich organische und saure Gase und Dämpfe. Wenn Du zusätzlich lackierst gibt es hierfür ebenfalls Filter.

Schutzbrille

Im Gegensatz zu Lärm und Staub, die sehr schleichend Erkrankungen oder „Verletzungen“ hervorrufen, verursachen umherfliegende Splitter unmittelbar Verletzungen. Die verletzbarste Stelle sind in diesem Fall unsere Augen.

Aus diesem Grund ist eine Schutzbrille die dritte essentiell wichtige Schutzausrüstung. Ohne Schutzbrille können kleine Holzsplitter, die beim Zerspanen des Holzes immer wieder entstehen, in das Auge geschleudert werden.

Meistens brennt es nur kurz, wenn etwas in das Auge gelangt und der Fremdkörper wird einfach aus dem Auge gewischt. Das Problem hierbei: Man verliert die Konzentration und damit die Kontrolle über den Arbeitsgang. Wird das Werkstück im entscheidenden Moment deswegen locker- oder losgelassen, kann es zum Kickback kommen – oder man gerät mit Fingern oder der Hand in das Werkzeug.

Es ist aber durchaus auch möglich, dass Splitter das Auge unmittelbar verletzen und eine (dauerhafte) Schädigung zur Folge haben. Die Gefahr ist dabei nicht nur auf Splitter beschränkt. In ungünstigen Fällen können sich auch angeschweißte Metallschneiden im Betrieb lösen und Dich verletzen. Beispielsweise, wenn Du in einen Nagel sägst.

Da all dies unkontrolliert und unvorhergesehen passiert, ist eine Schutzbrille für mich in die Kategorie III einzuordnen. Du solltest also beim Arbeiten mit Elektrowerkzeug immer eine Schutzbrille tragen. Eine Schutzbrille sollte Tragekomfort bieten, klare Gläser haben und vor allem auch an den Seiten etwas abschließen.

Schütze Deine Augen vor Splittern

Hautschutz

Über Hautschutz denken die meisten Holzwerker vermutlich eher nicht nach. Trotzdem ist es ein Thema. Beim Ölen, Lasieren und Lackieren, aber auch beim Verleimen kommen die Hände mit allerlei chemischen Zusatzstoffen in Berührung.

Diese greifen die Haut an und machen sie Spröde. Der allersimpelste Hautschutz ist, nicht in die Stoffe zu fassen. Ich sehe trotzdem immer wieder Holzwerker, die beispielsweise Leim mit den Fingern verstreichen.

Wer sich das nicht abgewöhnen kann oder will oder eben viel mit Ölen und Lacken arbeitet, kann die Hände sehr leicht mit Einmalhandschuhen schützen. Empfehlenswert sind hier Nitrilhandschuhe. Die sind zwar teurer als Latexhandschuhe halten den Lösemitteln und Ölen aber besser Stand. Ich empfinde das Tragen von Nitrilhandschuhe auch als angenehmer. Zudem lösen Nitrilhandschuhe (logischerweise) keine Latexallergien aus.

Die oben aufgeführte Schutzausrüstung gehört meiner Meinung nach in jede Werkstatt. Leider fehlt sie in manchen (teilweise). Zum Teil aus Faulheit, zum Teil aus Unwissenheit. Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel Anregungen für Deine Schutzausstattung geben. Bist Du zu dem Schluss gekommen, dass Dir die richtige Schutzausrüstung fehlt? Bestelle Dir ein gutes Set und schütze Deine Gesundheit!

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