Meine 4 größten Anfängerfehler im Holzwerken und was ich daraus gelernt habe

Lesezeit: 6 Min.

Möchtest Du wissen, welche Holzbearbeitungsfehler ich häufig gemacht habe und wie Du sie vermeiden kannst? In diesem Beitrag werde ich einige der häufigsten Fehler bei der Holzbearbeitung teilen, die ich im Laufe der Jahre so gemacht habe.

Aber ich werde nicht nur beschreiben, was schiefgelaufen ist. Ich werde Dir auch erklären, welche wertvollen Lektionen ich daraus gelernt habe und wie Du diese Fehler vermeiden kannst.

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Fehler sind der beste Lehrer. Fehler, wenn man richtig mit ihnen umgeht, erweitern sowohl unser Wissen als auch unsere Fähigkeiten. Sie ermöglichen, uns auf eine Weise zu lernen, die der (perfekte) Erfolg oft nicht kann.

Wenngleich Fehler und Fehlschläge immer „schmerzhaft“ sind, so sind sie Teil des Lernprozesses. Sie sind unvermeidlich. Das gilt besonders, wenn man eine Handwerkskunst wie die Holzbearbeitung erlernt. Sie fordert sowohl Geschicklichkeit als auch Geduld. Beides ist nicht immer vorhanden.

Meine eigenen Fehler haben mich dazu gebracht, meine Techniken und Prozesse zu überdenken und zu verfeinern. Fehler helfen auch dabei, Wege zu finden, um effizienter und effektiver zu arbeiten.

In diesem Beitrag möchte ich vier meiner großen Anfängerfehler mit Dir teilen.

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Die größten Holzbearbeitungsfehler, die ich anfangs gemacht habe

Das Gleiche Maß mit unterschiedlichen Messmitteln abmessen: In der Anfangszeit habe ich zum Messe einfach das nächstgelegene Werkzeug genutzt, das in Griffweite war. Ob es beispielsweise ein Maßband oder ein Stahllineal war, war mir recht egal.

Was mir jedoch nicht bewusst war, ist, dass zwischen Messwerkzeugen unweigerlich Toleranzen herrschen. Oft gibt es kleine Unterschiede bei der Messgenauigkeit zwischen zwei Werkzeugen.

Und diese können zu messbaren Diskrepanzen während der Arbeit führen. Das Ergebnis waren oft Holzteile, die entweder zu lang oder zu kurz waren und nicht so zusammenpassten, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ungeplant Verleimen: Die Kunst des Verleimens erfordert Präzision, Geduld und vor allem eine gute Planung. Bei meinen ersten Verleimprojekten habe ich oft ohne ausreichende Vorbereitung angefangen, zu verleimen. Oft habe ich erst nach dem Leimauftrag bemerkt, dass Verbindungen zu eng waren oder dass Zwingen an einer Stelle nicht gut anzusetzen waren.

Dass der Leim das Holz schon ein wenig hat aufquellen lassen, hat hier meist natürlich nicht geholfen. Solche ungeplanten Verleimungen endeten oft in chaotischen Szenen und in stressigem Verleimen. Über manches Ergebnis brauchen wir uns da nicht weiter unterhalten.

Sägestaub auf Arbeitsflächen ignoriert: Als ich anfing, dachte ich, ein bisschen Sägestaub hier und da würde keinen großen Unterschied machen. Es ist ja sicherlich ausreichend dann und wann die Werkstatt zu reinigen.

Irgendwann stellte ich fest, dass der Sägestaub auf dem Maschinentisch der Tischkreissäge oder dem Frästisch die Präzision meiner Arbeit beeinträchtigt. Häufig lag es daran, dass Sägestaub oder Holzfasern zwischen Anschlag und Werkstück gedrückt wird.

Das beeinträchtigt dann beispielsweise die eingestellte Sägebreite. Wenn eine 1mm breite Holzfaser zwischen Werkstück und Anschlag eingeklemmt wird, dann wird das abgelängte Holzstück eben einen Millimeter schmaler als gewollt. Und weil das störende Material selten über die gesamte Werkstückbreite geht, läuft der Schnitt natürlich auch aus dem rechten Winkel heraus.

Auf perfektes Maß sägen wollen: Wie (vermutlich?) viele Anfänger ging auch ich davon aus, dass das perfekte Maß das ultimative Ziel ist. Also habe ich akribisch jeden Schnitt ausgemessen. Mathematisch-analytische Perfektion war die Maxime. Ich wollte, jedes Stück perfekt auf Maß zusägen.

Bei der Holzbearbeitung gibt es aber immer eine gewisse Toleranz. Mal ist das Holz nicht gut abgerichtet, mal ist der Anschlag verstellt. Ein ander Mal ist beim dritten Schnitt eine Holzfaser zwischen Holz und Anschlag und so weiter.

Diese "natürlichen Varianz" der Arbeitsergebnisse führte bei mir zu unzähligen Frustrationen und letztlich zur Erkenntnis, dass das "perfekte Maß" oft mehr ein Ideal als eine erreichbare Realität ist.

Die Lektionen, die ich aus diesen Fehlern gezogen habe 

Ich nutze meist dasselbe Messmittel: Eine wichtige Lektion, die ich gelernt habe, ist die Konsistenz beim Messen. Es ist wichtig, konsequent das gleiche Messwerkzeug für ein Projekt oder dieselbe Aufgabe zu verwenden. So vermeidest Du Messfehler. Mittlerweile nutze ich fast ausschließlich zwei Stahllineale von Shinwa (300 und 600mm). Für alles, was größer ist, nutze ich ein und dasselbe Maßband. So kann ich sicherstellen, dass meine Messungen immer so genau wie möglich sind.

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Verleimen plane ich immer vor: Beim Verleimen bin ich durch die harte Schule gegangen. Frühe Erfahrungen mit hastigem und ungeplantem Verleimen haben mir gezeigt, dass eine gute Vorbereitung unerlässlich ist.

Mittlerweile stecke ich die Verbindungen immer erst einmal trocken zusammen, bevor ich mit dem Verleimen beginne. Dadurch kann ich sicherstellen, dass alles richtig passt und ich kann mögliche Probleme identifizieren, bevor ich den Leim auftrage.

Passen zwei Teile schon trocken nur schwer zusammen, dann wird es mit hoher Sicherheit nach dem Auftragen des Leims fast unmöglich sie zu verbinden. Denn Holzleim lässt das Holz aufquellen. Eine Verbindung wird so dichter und stabiler. Ist sie aber zu eng, wird das Zusammenfügen zur Herausforderung.

Ich plane auch die Reihenfolge des Verleimens vor. Es gibt bei jedem Werkstück Reihenfolgen, die das Verleimen erleichtern und andere, die das Verleimen unglaublich kompliziert machen. Abschließend lege die Teile und mein Werkzeug so aus, dass ich mit einfachen Handgriffen zügig verleimen kann. So wird der Prozess viel weniger stressig und die Ergebnisse sind wesentlich besser.

Holzstaub entferne ich regelmäßig – auch während des Arbeitens: Da selbst eine kleine Menge an Sägespänen sich auf die Genauigkeit meiner Arbeit auswirkt, entferne ich regelmäßig den Holzstaub auf meinen Arbeitsbereichen.

Das mache ich jedes Mal, wenn ich einen Anschlag verstelle, aber auch, wenn ich mehrere Teile wiederholgenau zuschneide. Ich nehme wir also die Zeit, das Sägeblatt anzuhalten, einmal über den Tisch zu fegen und dann weiterzuarbeiten. 

Es ist besser, Werkstücke in kleinen Schritten auf Maß zu bringen: Dies war wohl eine der schwierigsten Lektionen, die ich lernen musste. Die Annahme, dass jedes Stück Holz perfekt maßhaltig zugeschnitten werden kann, führte bei mir nur zu Frustration.

Es ist deutlich einfacher und besser, die Teile Stück für Stück auf Maß zu bringen, anstatt zu versuchen, sie in einem Schritt perfekt zuzuschneiden.

Anpassungen sind nun ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Anstatt mich auf starre Messungen zu verlassen, überprüfe ich ständig die Passform und passe meine Arbeit entsprechend an.

Um es auf den Punkt zu bringen: Versuche, Dich nicht zu ärgern, wenn Du Fehler machst. Sie sind Teil der Arbeit und bieten die besten Möglichkeiten, um zu lernen und Dich weiterzuentwickeln.

Letztlich lassen sich meine Erfahrungen folgendermaßen zusammenfassen:

Es ist genauso wichtig, zu wissen, wie man Holz bearbeitet, wie zu wissen, wie man seine Missgeschicke kaschieren kann.

Ich kann mir gut vorstellen, dass mir viele weitere erfahrene Holzwerker zustimmen würden.

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei Deinem nächsten Projekt und ein gutes Nervenkostüm für den nächsten Fehler.

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