Ausschnitt der Stammprojekte Holzwerkstatt

Wie Du Holz richtig verleimst

Ein kurzes Knacken und das Projekt, an dem Du lange gearbeitet hast, ist gebrochen. Der Bauch verkrampft sich, Wut steigt auf. Ein wenig verzweifelt denkst Du an die Zeit, die Du jetzt investieren musst.

Damit Dir das nicht (wieder) passiert, habe ich Dir die Infos zusammengetragen, mit denen Du Holz korrekt verleimen kannst.

Dieser Artikel enthält mit (W) gekennzeichnete Produktlinks, für die ich möglicherweise eine Werbekostenerstattung erhalte. Mehr Infos.

Mir ist bereits eine Verleimung gebrochen. Dir auch? Wenn mir das passiert, würde ich das ganze Werkstück am liebsten Kleinsägen und wegwerfen.

Mit einer korrekten Verleimung geschieht das nicht mehr. Eine gute Verleimung ist nicht schwierig. Zusätzlich geht das Verleimen, wenn es vorbereitet ist, problemloser von der Hand.

Verlmeinen mit Checkliste

Sich all die Punkte dieses Artikels zu merken, ist nicht gerade leicht. Ich habe deswegen eine 2-seitige Checkliste für Dich erstellt. Du kannst sie ausdrucken und in die Werkstatt hängen. So hast Du alle Punkte im Blick.

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Es gibt dabei einige Punkte zu beachten. Der Artikel ist deswegen recht lang. Die Punkte sind aber schnell abgearbeitet und das Verleimen kann losgehen.

Überspringst Du die Planung, dann verbringst Du hinterher oft ein Vielfaches der „gesparten“ Zeit damit, die schlechte Verleimung zu reparieren oder mühselig zu reinigen.

Holz vorbereiten und Zuschnitt planen

Eine gute Verleimung beginnt mit einer guten Vorbereitung. Das schließt die Auswahl und Präparation des Holzes mit ein.

Bei der Auswahl des Holzes solltest Du zunächst auf die korrekte Holzfeuchte achten.

Die richtige Holzfeuchte

Holz ist „hygroskopisch“. Das bedeutet (grob gesagt), dass es sich mit seiner Holzfeuchte an die Feuchtigkeit der Umgebungsluft anpasst. Ein Beispiel:

Kommt trockenes Holz in eine Umgebung mit hoher Luftfeuchte, nimmt es Feuchtigkeit auf. Wie jeder andere Gegenstand, der Feuchtigkeit absorbiert, quillt Holz dabei auf.

Das Gleiche gilt auch anders herum: Bringst Du feuchtes Holz in ein Raumklima mit trockener Luft, gibt es Feuchtigkeit ab. Dabei schwindet es.

Beide Prozesse, das Quellen und das Schwinden geschieht so lange, bis sich das Holz seiner Umgebung angepasst hat. Verändert sich das Raumklima, passt sich das Holz erneut an.

Wohnräume sind beispielsweise im Sommer feuchter als im Winter. Daher schwindet das Holz im Winter und quillt im Sommer etwas. Der gesamte Prozess ist gemeint, wenn man sagt: „Das Holz arbeitet.“

Beim Quellen und Schwinden verzieht sich das Holz. Das sieht einerseits unschön aus und kann andererseits die Leimfugen öffnen und schwächen.

Aus diesem Grund sollte Dein Holz bereits die richtige Holzfeuchte haben. Die optimale Holzfeuchtigkeit liegt für Möbel in Wohnräumen bei 7 bis 10 % und bei Gartenmöbeln bei etwa 16 bis 18 %.

TIPP: Wenn Deine Werkstatt ein deutlich anderes Raumklima hat, als der künftige Standort des Möbels, dann lagere das Holz am besten für mindestens 24-48h im entsprechenden Raum. Bringe es nur für die Verarbeitung in die Werkstatt. Verarbeite das Holz zügig.

Wenn Du trockenes Holz (ausgewählt) hast, dann ist der nächste Vorbereitungschritt die Auswahl und Zuordnung zu verleimenden Teile gemäß den Verleimregeln. Du solltest Deinen Zuschnitt entsprechend planen.

Verleimregeln

Wie Du bereits gelesen hast, arbeitet Holz. Durch das Quellen und Schwinden können Leimfugen aufgehen und sich eine ebene Fläche verziehen („werfen“ oder „schüsseln“).

Vor allem, wenn Du Massivholz verarbeitest, musst Du dem entgegenwirken. Das gilt insbesondere, wenn Du aus Massivholz selber Leimholz herstellst.

Du solltest bei Deinem Zuschnitt die spätere Verleimung beachten. So kannst Du den Zuschnitt und die Verleimung so planen, dass Du die Verleimregeln befolgst.

Die Verleimregeln stellen sicher, dass das Holz vor dem Verleimen so angeordnet wird, dass es sich regelmäßig ausdehnt. Das Quellen und Schwinden des Holzes egalisiert sich so weitgehend. Die Leimfugen bleiben stabil, Flächen eben.

TIPP: Benutzt Du Holzwerkstoffe oder Schichtholz, sind die Verleimregeln nicht relevant. Das Material ist bereits so beschaffen, dass das Holz kaum mehr arbeitet.

Leimholzplatten sind bereits nach den Verleimregeln verarbeitet. Hier ist es hilfreich, die Verleimregeln für bestimmte Verbindungen zu kennen.

Die Verleimregeln stellen sicher, dass das Holz vor dem Verleimen so angeordnet wird, dass es sich regelmäßig ausdehnt. Das Quellen und Schwinden des Holzes egalisiert sich so weitgehend. Die Leimfugen bleiben stabil, Flächen eben.

Holz kategorisieren

Die Anordnung der zu verleimenden Holzstücke richtet sich nach deren Jahresringen. Anhand der Wölbung der Jahresringe siehst Du, welche Seite dem Kern des Baumes zugewandt war. Diese Seite heißt linke Seite. Die dem Baumstamm abgewandte Seite nennt sich rechte Seite.

Das innen liegende Holz, erkennbar an dichteren Jahresringen mit kleinem Kreisradius, wird Kernholz genannt. Das jüngere, äußere Holz, dessen Jahresringe einen größeren Radius haben, nennt sich Splintholz.

Die Zuordnung, welcher Teil Kernholz oder Splintholz oder welches die linke und welches die rechte Seite ist, erfordert etwas Übung. Sobald Du Dein Holz aber kategorisiert hast, kannst Du es schnell  den Verleimregeln entsprechend für die Verleimung sortieren.

Die Regeln

Es gibt zwei Regeln für das Verleimen:

  1. Verleime rechte und linke Brettseite gestürzt.
    Das bedeutet, dass Du Bretter abwechselnd so verleimst, dass mal die linke, mal die rechte Seite nach oben zeigt.
  2. Verleime Kernholz an Kernholz und Splintholz an Splintholz.
    Dadurch verleimst Du „Innenseite“ an „Innenseite“ und „Außenseite“ an „Außenseite“. Das sieht so aus:
    [Außen/Splint(S) | Innen/Kern(K)] — [K | S] — [S | K] — [K | S]

Sobald Dein Holz die richtige Feuchte erreicht, sich an den künftigen Standort akklimatisiert hat, und Du es zugeschnitten hast und anhand der Verleimregeln sortiert hast, kannst Du das Verleimen planen.

Verleimen planen

Ich persönlich finde Verleimen ehrlich gesagt furchtbar. In aller Regel kommt bei diesem Arbeitsschritt Hektik oder Stress auf. Gern genommen sind Zwingen, die nicht richtig halten, der Leim dennoch langsam aber sicher abbindet und kein Druck aufgebaut wird.

Um das ein wenig abzumildern, solltest Du das Verleimen von größeren Werkstücken bzw. mehreren Einzelteilen auf jeden Fall planen. Das reduziert das Stressrisiko deutlich.

Ein gut geplanter Verleimvorgang stärkt auch die Leimfuge, weil von Anfang bis Ende guter Pressdruck anliegt.

Verleimen zu planen, ist nicht schwer. Es gibt ein paar grundlegende Schritte, die es zu beachten gilt.

Markiere die Teile

Markiere die Einzelteile. Im Prinzip ist es egal, wie viele Teile es sind: Markiere sie!

Ich hab des Öfteren schonmal zwei Teile verkehrt herum (schöne Seite innen, etc.) verleimt. Das ist vermeidbar.

Werden die Teile mit dem Schreinerdreieck markiert, dann erkennst Du sehr schnell, wenn sie nicht 100 %ig zueinander passen. Je komplizierter die Verleimung, desto wichtiger ist die Markierung.

Lege die Reihenfolge fest

Lege die Reihenfolge der Verleimung fest. Bei manchen Verleimungen ist es egal, welches Teil mit welchem zuerst verleimt wird.

Meistens ist es aber so, dass es eine Reihenfolge gibt, die das Verleimen deutlich vereinfacht. Hier kannst Du nur solange mit dry-fits ausprobieren, bis Du eine einfache und schnelle Reihenfolge gefunden hast.

Mache Probedurchgänge („dry-fit“)

Vor dem eigentlichen Verleimen solltest Du einen Probedurchgang machen. Bei einem trockenen Verleimen „dry-fit“ fügst Du alle Teile mit Zwingen, aber ohne Leim zusammen. Hierbei prüfst Du, ob:

  • alle Verbindungen passen oder zu fest oder zu locker sind,
  • alle Teile die richtige Länge haben oder eines vielleicht ein wenig zu lang oder zu kurz geraten ist,
  • die Teile im korrekten Winkel zueinander stehen, wenn sie verbunden sind (kleinere Abweichungen kommen vor und werden beim Verleimen korrigiert, größere müssen nachgearbeitet werden),
  • die Anzahl und Spannweiten der Zwingen inklusive Zulagen ausreicht und ob die Holzzwingen auch halten – das ist gerade bei runden Teilen oder winkligen Verbindungen wichtig.

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Beim dry-fit stellt sich manchmal heraus, dass man eine besondere Zulage, beispielsweise mit einem bestimmten Winkel, braucht, damit Zwingen besser halten. Wenn das der Fall ist, sollte die Zulage noch hergestellt werden.

Bereite das Verleimen vor

Bereite Dir das Verleimen als Arbeitsschritt vor. Lege Dir dabei alles zurecht, was Du später benötigen wirst.

Lege Dir alles zurecht. Sobald der Leim einmal aufgetragen ist, wird es häufig stressig. Besser, wenn alles griffbereit ist:

Diese Hilfsmittel erleichtern das Verleimen
  • Lege die Werkstückteile bereit. Prüfe, dass wirklich alle Teile da sind.
  • Stelle sicher, dass Du genug und ausreichend lange Zwingen hast.
  • Lege Dir Zulagen für die Zwingen bereit.
    (Befestige die Zulagen ggf. bereits)
  • Fülle Deine Leimflasche auf und lege die Flasche und einen Leimpinsel oder -spachtel für den Leimauftrag bereit.
  • Hole Dir ein Tuch oder einen Schaber zum Abwischen überschüssigen Leims.
  • Habe eine Sprühflasche mit Wasser griffbereit. Damit kannst Du ausgetretenen Leim verdünnen und leichter wegwischen.
  • Etwas Klebeband und ein Holzhammer sind ebenfalls häufig gute Hilfsmittel.

Wenn alles geplant und markiert ist und alle Hilfsmittel bereitstehen, geht das Verleimen deutlich stressfreier. Ist die Verleimung getestet, dann erlebst Du keine bösen Überraschungen. Du kannst den Leim auftragen.

Leimauftrag

Ein wichtiger Aspekt beim korrektem Verleimen von Holz ist der Auftrag der richtigen Menge von Holzleim. In vielen (amerikanischen) YouTube Videos wird offensichtlich nach dem Motto „Viel hilft viel“ verfahren.

Das ist aber Quatsch. Zu viel Leim erhöht Deinen Arbeitsaufwand während des Verleimens (Leim abwischen, etc.) sowie danach (Leim abholen, -schleifen, etc.). Schlimmstenfalls schwächst Du sogar Deine Leimfuge.

Durch zu viel Leimauftrag verschaffst Du Dir aus mehreren Gründen mehr Arbeitsaufwand:

  1. Die Fügeteile rutschen aufeinander herum und müssen zusätzlich fixiert werden. Das ist gerade bei Gehrungsverbindungen besonders aufwendig. Teilweise klappt es auch nicht richtig und man hat am Ende eine unsaubere Verbindung oder einen Versatz.
  2. Durch das Herumrutschen wird Leim auf Sichtflächen geschmiert. Du musst ihn anschließend entfernen und die Stelle schleifen, bevor Du eine Oberflächenbehandlung auftragen kannst.
  3. Der überschüssige Leim quillt aus der Leimfuge und verunreinigt die Sichtflächen zusätzlich. Und gerade in der Nähe der Leimverbindungen schleift es sich ja besonders umständlich.
  4. Es verbraucht unnötig Material. Das verursacht zwar nicht mehr Arbeitsaufwand, kostet aber unnötig Geld.
Mit den Hilfsmitteln erleichterst Du Dir den Leimauftrag

Neben dem zusätzlichen Arbeitsaufwand kann die Leimfuge durch zu viel Leim geschwächt werden. Wird der überschüssige Leim nicht aus der Fuge gepresst, wird das Holz nicht miteinander, sondern jeweils mit dem Leim verklebt. Es entsteht also eine Holz-Leim-Leim-Holz Verbindung.

Bei der richtigen Menge Leim erkennst Du unter dem Weißleim noch das Holz, aber die feinen Details der Maserung werden durch den Weißleim größtenteils überdeckt.

Diese Menge an Leim sorgt dafür, dass überall ein wenig Leim austritt. Getreu dem Motto:

Leim, der nicht herausquillt, klebt nicht

Schreinerweißheit

Damit hast Du die Kontrolle darüber, dass genug Leim aufgetragen wurde. Gleichzeitig verschwendest Du weniger Leim. Allen voran, musst Du aber weniger nacharbeiten.

Bei der richtigen Leimauftragsmenge ist nur noch die grobe Maserung erkennbar. Feine Maserungsdetais überdeckt der Leimauftrag

Leimzeiten

Verleimen braucht Zeit, aber nur zu wissen, ab wann die Zwingen von zwei zu verleimenden Teilen, den Fügeteilen, wieder entfernt werden können, reicht nicht aus, um gute Verbindungen herstellen zu können. Wie lange Holz verleimt werden muss, hängt von unterschiedlichen Zeitspannen ab. Neben der (Mindest-)Presszeit, die wahrscheinlich jeder kennt, gibt es unter anderem die Offene Zeit sowie die Topfzeit. Beides beeinflusst, wie gut die Leimfuge am Ende wird.

Die Zeitspannen – vom Anrühren bis zum Abbinden

Topfzeit. Die Topfzeit gibt an, wie lange ein Leim bzw. Klebstoff verarbeitet werden kann. Sie ist vor allem für chemisch härtende Klebstoffe relevant, da der Aushärtungsprozess hier durch das Mischen zweier Stoffe eingeleitet wird. Ein Beispiel wäre Zwei-Komponenten beziehungsweise Epoxykleber. Sobald das Harz mit dem Härter gemischt wurde, beginnt die Topfzeit.

Das Überschreiten der Topfzeit wird dadurch bemerkbar, dass der Klebstoff steifer wird und immer schwerer verarbeitet werden kann. Letztlich gibt die Topfzeit also die Gebrauchsdauer an. Bei Weißleim ist die Topfzeit nicht relevant, solange er in einem verschlossenem Gebinde aufbewahrt wird.

Offene Zeit. Wird der Leim auf ein zu verleimendes Teil aufgetragen, beginnt die offene Zeit. Sie beschreibt die Zeit innerhalb der Fügeteile zusammengefügt und gegebenenfalls der Pressdruck aufgebaut werden müssen. Je kürzer die Offene Zeit ist, desto weniger Zeit bleibt zwischen verleimen und verpessen der Fügeteile. Müssen viele Teile gleichzeitig verleimt werden oder ist der Pressdruck umständlich aufzubauen – beispielsweise bei winkligen Verbindungen -, dann sollte auf eine lange Offene Zeit geachtet werden.

(Mindest-)Presszeit. Ist der Pressdruck auf eine Verbindung aufgebaut, muss dieser eine gewisse Zeit lang aufrechterhalten werden. Das ist die (Mindest)-Presszeit. Nach dieser Zeit ist entweder Handfestigkeit oder Endfestigkeit erreicht. Wird Endfestigkeit erreicht, ist die Presszeit identisch mit der Aushärtezeit. Wird „nur“ Handfestigkeit erreicht, ist die Klebfuge noch nicht vollständig ausgehärtet. Die Verklebung ist aber bereits so stark, dass weitergearbeitet werden kann.

Abbindezeit. Die Zeitspanne bis die Verbindung die Handfestigkeit erreicht hat. Die Verbindung hat ihre vollständige Härte noch nicht ausgebildet. Der Pressdruck kann aber schon aufgehoben werden und Du kannst ggf. am Werkstück weiterarbeiten.

Beim Weiterarbeiten musst Du allerdings beachten, dass sich die Leimfuge wieder öffnen (brechen) kann, wenn Du starken Druck auf sie ausübst. Je nachdem, wie weitergearbeitet werden soll, empfiehlt es sich zu warten, bis die Leimfuge vollständig ausgehärtet ist.

Aushärtezeit.  Nach der Aushärtezeit hat die Verbindung ihre Endfestigkeit erreicht. Erst nach der Abbindezeit kann eine Verklebung voll belastet werden.

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Zeiten sind relativ

Die auf dem technischen Merkblatt angegebenen Zeitspannen sollten nur als Anhalt dienen. Wie lange etwa die Offene Zeit tatsächlich ist, hängt maßgeblich von einigen Faktoren ab. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und das zu verleimende Holz sind Faktoren, die beeinflussen, wie lange Du Dir beim Verleimen Zeit lassen kannst – und hinsichtlich der Presszeit lassen musst.

Meist sind die angegebenen Zeitspannen für Raumtemperatur (ca. 20 °C) und normale Luftfeuchte (40-60 %) ausgelegt. Wenn es beispielsweise deutlich wärmer und trockener ist, kann die Offene Zeit kürzer sein, was bedeutet, dass Du schneller verleimen musst. Da sich das auch auf die anderen Zeitspannen auswirkt, ist die Presszeit dafür aber ebenso kürzer. Ist die Werkstatt deutlich kälter, verlängert sich die Abbinde- und Aushärtezeit deutlich

Um abzuschätzen, wie lange eine Verleimung bei der Abweichung von 20 °C dauert, kann man die Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel (RGT-Regel, auch van-’t-Hoff’sche Regel) zurate ziehen. Sie besagt, dass bei 10 °C Temperaturunterschied eine chemische Reaktion doppelt so schnell (10 °C wärmer) oder nur halb so schnell (10 °C kälter) abläuft. Nachdem Verleimen auch nur eine chemische Reaktion ist, bietet das einen groben Anhalt.

Ich würde die RGT-Regel allerdings nur als groben Anhalt nehmen. Vor allem, wenn es wärmer ist und schneller gehen könnte. Verpresst man bei 30 °C zu kurz und die Verbindung bricht, ärgert man sich unglaublich, nur weil man zu ungeduldig war. Im Zweifel ist es sicherlich besser, Du erhältst den Pressdruck etwas zu lang aufrecht.

Das Stammprojekte Logo zeigt ein Kreissägeblatt, das in einen Baumstamm übergeht.

Über Tobias

Ich bin der Gründer von Stammprojekte. Seit ich Pinterest entdeckt und mir deswegen eine Kreissäge gekauft habe, bin ich fasziniert von den unendlichen Möglichkeiten der Holzbearbeitung und bedenklich viel in der Werkstatt.

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