Ausschnitt der Stammprojekte Holzwerkstatt

Die 17 Fräser für die Oberfräse und ihre Funktion erklärt

Die Auswahl an Fräsern für die Oberfräse ist enorm. Kennst Du die 17 verschiedenen Arten von Fräsern? Gerade am Anfang ist es schwer, zu entscheiden, welche Fräser notwendig sind. Wenn Du weißt, welcher Fräser für welche Arbeiten geeignet ist, fällt die Auswahl leichter.

Dieser Artikel beschreibt 17 Arten von Fräsern sowie ihre Funktion. Zusätzlich gebe ich für jeden eine Einschätzung darüber ab, ob Du ihn bereits am Anfang benötigst. Das soll Dir helfen, eine sinnvolle Auswahl zu treffen und Geld zu sparen. Denn: Fräser sind teuer.

Die 17 Fräser für die Oberfräse und ihre Funktion erklärt
  1. Welche Arten von Fräsern gibt es?
    1. Die wichtigsten Fräser
    2. Fräser für Holzverbindungen
    3. Spezialfräser
    4. Dekorative Fräser
  2. Welche Fräser sind für Anfänger empfehlenswert?
    1. Wie sinnvoll sind Fräsersets?

Eine Oberfräse ist nur so nützlich wie die Fräser, mit denen Du sie benutzen kannst. Eine Oberfräse oder Kantenfräse erweitert Deine Möglichkeiten der Holzbearbeitung deutlich. Allerdings nur, wenn auch die richtigen Fräser verfügbar sind.

Die richtigen Fräser für Dein nächstes Projekt kannst Du aber nur in der Werkstatt haben, wenn Du weißt, welcher Fräser für welche Arbeiten eingesetzt werden kann. Kennst Du die 17 verschiedenen Arten von Fräsern und ihren Einsatzzweck?

Wenn Du Dir Deine erste Oberfräse gekauft hast, Du noch keine Fräser besitzt (und Dich fragst, ob ein Fräserset sinnvoll ist) oder Du wissen willst, was es für Fräserarten gibt, erhältst Du mit diesem Artikel eine gute Hilfestellung.

Welche Arten von Fräsern gibt es?

Ich liste Dir 17 verschiedene Fräserarten auf. Es gibt mit hoher Sicherheit noch mehr Arten, die Du auch anders kategorisieren könntest.

Nichtsdestotrotz erhältst Du mit dieser Aufzählung einen guten Überblick über die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten einer Oberfräse und welche Fräser Du jeweils brauchst. Vor allem kannst Du mit dieser Liste deutlich besser abschätzen, welche Fräser Du tatsächlich in Deiner Werkstatt benötigst.

Die Aufzählung habe ich wie folgt unterteilt:

  • Zuerst kommen die Fräser, von denen ich denke, dass sie jeder Holzwerker regelmäßig verwendet.
  • Anschließend liste ich Fräser für Holzverbindungen auf, bei denen Wirtschaftlichkeit der Bearbeitung an erster Stelle steht.
  • Es folgen Spezialfräser und zuletzt Fräser für dekorative Arbeiten.

Die wichtigsten Fräser

Nutfräser

Nutfräser sind die wahrscheinlich am häufigsten eingesetzten Fräser. Vermutlich sind sie auch die vielseitigsten Fräser. Mit Nutfräsern kannst Du (unter anderem) Nuten, Federn, Falze und Fingerzinken (mit Jig) fräsen sowie mit einem Kopierring Formen kopieren. Mithilfe von Jigs und/oder zusätzlicher Arbeit (Fräseinstellung wechseln, etc.) kannst Du mit Nutfräsern einige andere Fräserarten ersetzen.

Es gibt sie mit einer oder mehreren Schneiden. Je mehr dieser Klingen ein Fräser hat, desto besser wird das Fräsbild. Neben der Anzahl der Schneiden solltest Du bei Nutfräsern darauf achten, ob sie eine Grundschneide besitzen.

Nur Fräser mit einer Grundschneide können auch in ein Werkstück eintauchen bzw. „einbohren“. Aus diesem Grund besitze ich keine Nutfräser ohne Grundschneide – sie sind schlicht weniger flexibel.

Nutfräser gibt es auch mit Wendeplatten. Bei Wendeplattenfräsern lassen sich die Schneiden abnehmen und gegen neue/geschärfte ersetzen. Das erleichtert das Schärfen und reduziert die Wartezeit, da gleich Ersatzschneiden montiert werden.

Fazit: Nutfräser sind ein absolutes Muss in jeder Fräsersammlung.

Welche Nutfräser brauche ich?

Ich empfehle mindestens zwei, eher drei Nutfräser: 6 mm, 8 mm (weil dies häufig verwendete Schraubendurchmesser im Jigbau sowie gängige Maße bei Verbindungen sind) sowie einen 12, 16 oder 18 mm Fräser (abhängig von den Materialstärken, die Du bearbeitest).

Mit dem Set von Bosch erhältst Du vermutlich alle Größen, die Du so benötigen wirst. Teurer, aber meiner Meinung nach hochwertiger, ist das Set von ENT.

Bündigfräser

Bündigfräser sind prinzipiell „Nutfräser mit Anlaufring“. Der Anlaufring erlaubt es, die Form eines Werkstückes oder einer Schablone abzutasten und exakt nachzufräsen.

Das erlaubt Dir, exakte 1:1 Kopien mithilfe von Kopiervorlagen anzufertigen. Mit einem Nutfräser und einem Kopierring kannst Du zwar ebenfalls Kopien fräsen. Du hast dabei aber immer einen Versatz.

Mit Bündigfräsern kannst Du Überstände abfräsen. Verleimst Du beispielsweise Furnier auf ein Trägerholz, kannst Du das Furnier mit dem Bündigfräser auf genau die gleichen Maße wie die Trägerplatte bringen.

Bündigfräser gibt es in zwei Varianten: Der Anlaufring kann oben am Schaft oder unterhalb der Schneide angebracht sein. Beide Ausführungen besitzen Vor- und Nachteile.

Fazit: Nutfräser sind sehr nützlich und sollten in keiner Fräsersammlung fehlen.

Welche Bündigfräser brauche ich?

Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, beide Varianten von Bündigfräsern zu besitzen, sprich je einen mit Anlaufring unten und einen mit Anlaufring oben. Je nach Anwendungsfall ermöglicht der obere oder untere Anlaufring ein einfacheres Arbeiten.

Zinkenfräser

Zinkenfräser (oder: Gratfräser) sind für die Herstellung von Schwalbenschwanzverbindungen und Gratverbindungen bzw. Gratleisten konzipiert – sowie für alles andere was mit Zinken bzw. Graten hergestellt werden kann (wie bspw. Schubladenführungen).

Grundsätzlich gibt es Zinkenfräser mit Winkel zwischen 7° und 15°. Das liegt daran, dass sich für Schwalbenschwanzzinken unterschiedliche Winkel für Weich- und Hartholz durchgesetzt haben:

  • 11,3° (1:5) und 9,4° (1:6) für Weichholz
  • 7,1° (1:8) und 5,7° (1:10) für Hartholz

Fazit: Zinkenfräser sind aufgrund der Vielseitigkeit eine sinnvolle Investition.

Welche Zinkenfräser brauche ich?

Optisch spielt es keine Rolle, welcher Winkel verwendet wird. Insgesamt würde ich behaupten, es reicht, wenn Du einen Zinkenfräser besitzt – egal welcher Winkel. Arbeitest Du viel mit Zinken, kannst Du die passenden Fräser nachkaufen.

Fasefräser

Fasefräser dienen dem Anfräsen von Fasen an Werkstückkanten. Eine Fase ist eine abgeschrägte („gebrochene“) Kante. Das schützt Kanten vor dem Ausbrechen.

In der Regel werden 45° Fasen angefräst. Aus optischen Gründen können auch andere Winkel zum Einsatz kommen. Es gibt Fasefräser mit Winkeln von ca. 10° bis 60°.

TIPP: Mit Fasefräsern können auch saubere und maßhaltige Gehrungswinkel angefräst werden.

Fazit: Für die schnelle und gleichmäßige Kantenbearbeitung sollte ein Fasefräser vorhanden sein.

Welche Fasefräser brauche ich?

Hier kommt es eher auf Deinen Geschmack an, aber ich empfehle Dir einen 45° Fasefräser. Die Fase passt universell als Kante. Falls Du einmal Gehrungen mit dem Fasefräser anfräsen willst, wirst Du vermutlich am ehesten einen 45° Winkel benötigen.

Abrundfräser / Viertelstabfräser

Abrundfräser fräsen eine runde (konvexe – nach außen gewölbte) Kante an ein Werkstück an. Ein Abrund- bzw. Viertelstabfräser fräst ein Viertel eines Kreises (einen Quadranten eines Kreises) an eine Kante an. Dies dient – wie beim Fasefräser – in erster Linie ebenfalls dem Kantenbrechen.

Neben der Kantenbearbeitung kannst Du mit einem Abrundfräser auch Rundstäbe herstellen. Eine abgerundete Kante benötigst Du zudem bei selbstgebauten Scharnierverbindungen.

Es gibt einen Unterschied zwischen Abrundfräser und Viertelstabfräsern. Bei Abrundfräsern ist der Anlaufring bündig. Es entsteht kein Absatz beim Fräsen.

Bei Viertelstabfräsern ist der Anlaufring nicht bündig, sondern kleiner. Beide Kanten sind dadurch scharf abgesetzt. Der Viertelstabfräser fräst daher an der Ober- und Unterseite einen Absatz an.

INFO: Es gibt außerdem noch Halbstabfräser, die einen Halbkreis an eine Kante anfräsen.

Fazit: Abrundfräser sind zweckmäßig für die schnelle und gleichmäßige Kantenbearbeitung.

Welche Abrundfräser / Viertelstabfräser brauche ich?

Ich empfehle Dir mindestens einen Abrundfräser. Die Fräser gibt es in unterschiedlichen Radien. Wenn Du nicht gerade eine Scharnierverbindung oder Rundstäbe herstellen willst, spielt die Wahl des Radius eher eine untergeordnete Rolle.

TIPP: Es gibt Viertelstabfräser mit wechselbarem Anlaufring, diese kannst Du zu einem Abrundfräser „umbauen“. So hast Du zwei Fräser in einem.

Fräser für Holzverbindungen

Manche Fräser sind für die schnelle und wirtschaftliche Herstellung von Holzverbindungen konzipiert. Du kannst diese Fräser nur für wenige Arbeitsgänge einsetzen, diese sind dafür zügig erledigt.

Scheibennutfräser

Mit einem Scheibennutfräser kannst Du (meist 4–5 mm schmale) Nuten in Kanten bzw. seitliche Nuten fräsen. Anwendungsbeispiele sind die Anbringung einer Nut zur Aufnahme einer Dichtung oder von Füllungen bzw. Glasscheiben.

Wenn der Scheibennutfräser eine Stärke von 4 mm hat, lassen sich damit Nuten für Lamellos fräsen. Konstruktionsbedingt kannst Du allerdings nur an Kanten fräsen. Du kannst daher nur einen Teil der Anwendungen von Lamellofräsen mit einem Scheibennutfräser abdecken.

Es gibt außerdem Scheibennutfräser, die mehr als eine Nutsäge aufnehmen können. TIPP: Diese Scheibennutfräser sind auch geeignet, um Schlitz-und-Zapfen oder Nut-und-Feder Verbindungen herzustellen.

Fazit: Ein Scheibennutfräser ist nützlich und empfehlenswert. Sinnvoll ist es, einen flexiblen Scheibennutfräser zu kaufen, den Du variabel mit Kugellager, Distanzringen und Nutsäge (Fräserscheibe) bestücken kannst. Der Fräser lässt sich so nach eigenen Bedürfnissen und Anwendungsfällen zusammenzustellen.

Welche Scheibennutfräser brauche ich?

Bestenfalls kaufst Du Dir einen variablen Scheibennutfräser mit 4 mm Nutsägen. Beispielsweise den Fräserschaft von ENT mit passenden 2, 3, 4, 5 oder 6 mm Scheiben.

Falzfräser

Mit Falzfräsern kannst Du schnell und einfach Falze herstellen. Du kannst sie mit etwas mehr Aufwand und mehreren Arbeitsgängen häufig durch Nutfräser in Kombination mit Anschlägen ersetzen. Der Falzfräser ist aber beispielsweise auch für die Strukturierung von Rahmen geeignet.

Fazit: Falzfräser sind ein nice-to-have und nicht unbedingt notwendig, weil sie gut durch Nutfräser (und etwas mehr Arbeit bzw. Zeit) ersetzt werden können.

Welche Falzfräser brauche ich?

Wenn Du Dir einen Falzfräser kaufst, dann achte darauf, dass er austauschbare Anlaufringe hat, damit Du unterschiedliche Durchmesser fräsen kannst.

T-Nutfräser

T-Nutfräser kannst Du nutzen, um Schlüssellochaufhängungen oder Versenkungen für Elektrokabel zu fräsen. Die Nut ähnelt einem „T“ – daher der Name.

T-Nutfräser kannst Du gut für den Bau von Vorrichtungen oder Jigs verwenden, da gefräste T-Nuten als Führungen für M6 oder M8 Schrauben fungieren können und so Aluminium T-Nut Schienen ersetzen.

TIPP: Anstelle von T-Nuten für Schlüssellochaufhängungen kannst Du Nutfräser und Linsenkopfbeschläge  oder Schrankaufhänger zum Einbohren nutzen.

Fazit: Ich finde T-Nutfräser praktisch, bin aber bisher auch ohne sie ausgekommen. Sie stehen aber definitiv für Aufhängungen und den Jigbau auf meiner Einkaufsliste.

Welche T-Nutfräser brauche ich?

Einen für M6 oder M8 Schrauben, je nachdem, wie Du Deine Jigs baust. Oder eben einfach beide Größen in einem Set.

Verleimfräser

Verleimfräser erleichtern das Verleimen, indem an Werkstückkanten V-förmige Fugen eingefräst werden. Beim Verleimen können die Werkstücke dadurch nicht mehr verrutschen. Zusätzlich wird die Leimverbindung stabiler, weil die Leimfläche erhöht wird. Verleimfräser eignen sich besonders für die Herstellung von Leimholz.

TIPP: Verleimfräser kannst Du in begrenztem Umfang mit Scheibennutfräsern ersetzen. Beispielsweise mit dem Fräserschaft von ENT mit passenden 2, 3, 4, 5 oder 6 mm Scheiben.

Fazit: Wenn Du nicht vorhast, (keilgezinktes) Leimholz herzustellen, wirst Du Verleimfräser vermutlich nicht brauchen.

Gehrungsverleimfräser

Gehrungsverleimfräser fräsen eine ineinander greifende Gehrung an zwei Werkstückkanten an. Dadurch erhältst Du eine starke Gehrungsverbindung, die leicht zu verleimen ist.

Es gibt die Fräser in unterschiedlichen Winkeln. 45°-Gehrungsverleimfräser sind die häufigsten. Mit ihnen lassen sich schnell Boxen und Schubladen herstellen. Es gibt aber auch Gehrungsverleimfräser für bspw. Achtecke.

Fazit: Gehrungsverleimfräser können eine sinnvolle Investition sein, wenn Du schnell und wirtschaftlich Boxen herstellen willst.

Welche Gehrungsverleimfräser brauche ich?

Achte darauf, dass der Gehrungsverleimfräser die Stärke Deines Werkstücks umfasst. Dieser Fräser ist für 18 mm starke Werkstücke geeignet.

Federfräser

Mit einem Federfräser lassen sich Nut-und-Feder Verbindungen schnell und wirtschaftlich herstellen. Genauer gesagt: Die Federn der Verbindung.

TIPP: Federfräser kannst Du in begrenztem Umfang mit variabel einstellbaren Scheibennutfräsern ersetzen.

Fazit: Ich empfehle Dir, zunächst einen variabel einstellbaren Scheibennutfräser zu kaufen, bevor Du Dir einen Federfräser oder ein Nut- und Federfrässet zulegst.

Beispielsweise den Fräserschaft von ENT mit passenden 2, 3, 4, 5 oder 6 mm Scheiben.

Spezialfräser

Spezialfräser decken einen recht eingeschränkten Anwendungsbereich ab. Sie sind für die schnelle und wirtschaftliche Bearbeitung bestimmter Arbeitsschritte ausgelegt. Spezialfräser gibt es noch deutlich mehr, als ich hier aufzähle.

Kopierfräser

Kopierfräser sind Bündigfräser, die eine zusätzliche Schneide haben, um in ein Werkstück eintauchen zu können. Letztendlich kommst Du mit einem Bohrer und einem Bündigfräser meiner Meinung nach immer zum gleichen Ergebnis, wie mit einem Kopierfräser – nur eben langsamer.

Fazit: Ich halte den Kopierfräser für anfangs entbehrlich. Du wirst merken, wenn Du ihn benötigst.

Hohlkehlfräser

Hohlkehlfräser fräsen runde, halbkreisförmige Nuten oder eine runde (konkave – nach innen gewölbte) Kante an ein Werkstück. Dieser Fräser wird für Profile, die optische Gestaltung von Oberflächen und für die Herstellung des Gegenstücks von Scharnierverbindungen verwendet. Mit einem Hohlkehlfräser lassen sich aber auch Laufleisten (anstelle eines Grates) an Schubkästen einsetzen oder Griffmulden herstellen.

Fazit: Ich halte den Hohlkehlfräser für anfangs entbehrlich. Du wirst merken, wenn Du ihn benötigst.

Planfräser

Planfräser werden zur Herstellung ebener Oberflächen oder der Beseitigung von größeren Überständen benutzt. Mit Plänfräsern lassen sich Bretter abrichten, die zu groß für einen Abrichthobel sind. Hierfür benötigst Du allerdings eine Führung.

Fazit: Planfräser sind für Dich sinnvoll, wenn Du sehr große Werkstücke abrichten willst oder keinen Platz für einen Abrichthobel hast.

Bei Planfräsern ist es sinnvoll, wenn Du einen mit Wendeplatten kaufst, da Du viel Materialabtrag haben wirst.

Spiralnutfräser

Spiralnutfräser sind Nutfräser mit einer deutlich verbesserten Spanabfuhr. Die Geometrie der Schneiden können mit der Schneidgeometrie von Bohrern verglichen werden. Sie sind anders als die übrigen Spezialfräser – wie normale Nutfräser – sehr flexibel einsetzbar. Aufgrund des teureren Preises habe ich sie aber hier aufgeführt.

Die Schneidgeometrie kann bei diesen Fräsern unterschiedlich ausgeformt sein und das Fräsbild zugunsten einer schnellen Arbeitsgeschwindigkeit verschlechtern oder zulasten der Geschwindigkeit verbessern. Spiralnutfräser kommen in erster Linie in CNC Fräsern zum Einsatz, lassen sich aber auch an Oberfräsen (gewinnbringend) einsetzen.

Fazit: Spiralnutfräser solltest Du für Deine CNC kaufen – oder wenn Du wirklich weißt, dass Du sie brauchst. Andernfalls würde ich mir den Aufpreis sparen.

Dekorative Fräser

Dekorative Fräser erfüllen in erster Linie optische Funktionen. Mit ihnen lassen sich Verzierungen herstellen oder Kanten mit bestimmten Mustern versehen.

Profilfräser

Profilfräser werden – wie der Name bereits sagt – für das Fräsen von Kantenprofilen eingesetzt. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Variationen bzw. Profilkonturen, die vergleichsweise komplexe Geometrien haben. Profilfräser erfüllen nahezu ausschließlich eine optische Funktion.

Fazit: Wenn Du nicht gerade einen bestimmten Möbelstil nachbauen möchtest, sind Profilfräser eigentlich entbehrlich.

V-Nutfräser

V-Nutfräser besitzen eine spitz zulaufende Frässpitze. Mit ihnen lassen sich Schriften fräsen oder eben V-Nuten für dekorative Elemente oder Verzierungen. Es gibt V-Nutfräser mit unterschiedlich spitz zulaufendem Winkel – bspw. 45° oder 60°.

Fazit: Ein Fräser mit primär dekorativem Einsatzzweck, der daher anfangs entbehrlich ist.

Welche Fräser sind für Anfänger empfehlenswert?

Wie Du siehst, gibt es eine Menge unterschiedlicher Arten von Fräsern. Während bestimmte Fräser sehr häufig zum Einsatz kommen, werden andere Fräsertypen eher selten oder nur bei speziellen Anwendungen benutzt.

Damit Du für Dein erstes Fräserset die richtigen Fräsbits auswählst, gebe ich Dir hier meine Einschätzung für eine sinnvolle Auswahl an Fräsern:

  • Nutfräser mit Grundschneide in unterschiedlichen Durchmessern, beispielsweise 6, 8 und 18 mm.
  • Zwei Bündigfräser mit je einem oben- und einem untenliegenden Kugellager.
  • Ein bis zwei Abrundfräser mit Radius (bspw.) R6 und R10 und/oder einen 45° Fasefräser. Hier ist die Auswahl (auch) Geschmackssache und richtet sich danach, welche Kantenart Du anfräsen willst. Die beiden Fräser können aber auch noch anderweitig eingesetzt werden, wie Du bereits gelesen hast.

Zwei Typen von Fräsern halte ich noch für zweckmäßig. Sie sind etwas spezieller, deswegen wirst Du sie vermutlich nicht gleich zu Beginn benötigen. Kaufe die Fräser bei Bedarf (nach).

  • Ein Scheibennutfräser mit einer Fräsbreite von 4 mm. Bspw. von Bosch.
  • Ein Zinkenfräser, wenn Du Zinkenverbindungen oder Schubladenlaufleisten selber herstellen willst. Bspw. von ENT.

Alles andere ist anwendungsabhängig und/oder Geschmackssache. Eine Auswahl von Fräsersets, die gut sortiert sind und ein adäquates Preis/Leistungsverhältnis haben, findest Du auf meiner Liste von Fräsern und Fräsersets für Oberfräsen.

Bitte sieh davon ab, günstige Fräser zu Ramschpreisen zu kaufen. Die Qualität ist minderwertig, die Schärfe gering und die Standzeit schlecht. Langfristig kosten diese Fräser also mehr. Zumal sie aufgrund der mangelnden Qualität leichter brechen und ggf. zum Geschoss in der Werkstatt werden können.

Im oberen Teil des Artikels habe ich sowohl Einzelfräser als auch ein paar wenige Sets verlinkt. Gerade am Anfang stellt sich die Frage, ob es besser ist, Fräser einzeln oder im Set zu kaufen.

Wie sinnvoll sind Fräsersets?

Fräsersets stellen immer einen Kompromiss zwischen dem Preis, der Qualität und der Brauchbarkeit der enthaltenen Fräser dar. Häufig ist die Qualität der Fräser eines Sets geringer als die der einzeln verkauften.

Wenn Du bereits weißt, welche Fräser Du benötigen wirst, kann es sich lohnen, die Fräser einzeln zu kaufen. Das ist zwar teurer, aber Du bekommst dafür eine bessere Qualität.

Die Aufteilung der Fräsersets spiegelt ebenfalls den günstigeren Preis wider: In der Regel sind ungefähr 1/3 Fräser enthalten, die Du nur selten bis nie verwendest. Weitere 1/3 der Fräser benötigst Du nur hin und wieder. Das letzte Drittel der Fräser kommt schließlich häufig zum Einsatz.

Fräsersets sind trotzdem – gerade für erste Erfahrungen mit Fräsarbeiten – gut geeignet. Erstens kannst Du mit ihnen kostengünstig herausfinden, welche Fräser Du regelmäßig benötigst und welche eher selten. Zweitens ist es nicht so tragisch, wenn Dir ein Fräser bricht oder aufgrund Überhitzung stumpf wird.

Leider gibt es nicht viele empfehlenswerte Fräsersets. Die vier besten Fräsersets (meiner Meinung nach) sind:

Ich hoffe, ich konnte Dir einen ersten guten Überblick über Fräser für Deine Oberfräse geben. Wenn Du bereits Erfahrungen mit der Oberfräse gemacht hast, interessiert mich, welche Fräser Du für unentbehrlich hältst? Auf welche Fräser kannst Du gut verzichten und welche Fräser hast Du in Deinem Set, die Du nie brauchst?

Was ist der speziellste oder eigenartigste Fräser, den Du kennst?

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