Kreissäge Sägeblatt Schnitthöhe richtig einstellen

Lesezeit: 4 Min.

Die Schnittqualität und die Sicherheit wird durch die richtige Höheneinstellung an der Tischkreissäge wesentlich beeinflusst. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Höheneinstellung des Sägeblatts zu welchem Ergebnis führt – und das erkläre ich Dir in diesem Artikel.

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Die Sägeblatthöhe beeinflusst im Wesentlichen zwei Faktoren:

  • Die Schnittqualität und
  • die Schnittsicherheit.

Es gibt meiner Meinung nach drei sinnvolle Einstellungen der Schnitthöhe. Einige dürften mir hierbei widersprechen und behaupten, es gäbe nur eine universal richtige Einstellung.

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Schnitthöhe am höchsten

Wird das Sägeblatt voll ausgefahren, obwohl beispielsweise nur Leimholz in 18mm Stärke gesägt werden soll, dann steht besonders viel Sägeblatt "über". Im Fall meiner Festool CS 70 sind das 52mm.

Die höchste Sägeblatteinstellung birgt das größte Verletzungrisiko, minimiert aber Kick-back

Das überstehende Sägeblatt stellt offensichtlich ein besonderes Risiko dar. Die Chance, dass ein Körperteil ein 52mm überstehendes Sägeblatt versehentlich berührt ist nunmal deutlich erhöht.

Die hohe Sägeeinstellung produziert zusätzlich auch mehr Ausrisse an der Unterseite des Werkstücks. Dies liegt daran, dass die Sägezähne das Werkstück eher senkrecht aus dem Werkstück austreten und dadurch die Holzfasern eher herausziehen, anstatt sie abzuschneiden, was zu den Ausbrüchen führt.

Die höchste Sägeblatteinstellung führt zu deutlichen Ausrissen

Wenn die Verletzungsgefahr erhöht ist und die Schnittqualität leidet, macht diese Einstellung dann überhaupt Sinn?

Ja, weil durch die hohe Sägeblattstellung die Gefahr eines Kick-Backs reduziert wird. Beim Sägen greifen die Sägezähne eher senkrecht in das Werkstück. Dadurch wird das Werkstück an den Tisch herangedrückt und die Warscheinlichkeit, dass es nach vorne weggeschleudert wird, reduziert.

Zusätzlich wird durch den Schnittwinkel auch die Ausrisse am Ende des Werkstücks, wenn das Sägeblatt aus diesem wieder austritt, reduziert. Kommt es genau auf diesen Teil an, macht diese Einstellung ebenfalls Sinn. Ein Beispiel könnte ein Einlegeboden in einer Nut sein, denn die Ausrisse an der Ober- oder Unterseite verschwinden in der Nut.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Kickbackgefahr wird reduziert, weil die Sägezähne das Werkstück auf den Sägetisch drücken.
  • Kaum oder keine Ausrisse am Ende des Werkstücks.

Nachteile:

  • Höhere Verletzungsgefahr, weil mehr Sägeblatt "freigelegt" wird.
  • Ausrisse an der Unterseite des Werkstücks.

Schnitthöhe am niedrigsten

Das Gegenteil zum maximalen Ausfahren des Sägeblattes ist, das Sägeblatt nur ganz knapp über das Werkstück herausragen zu lassen. Bei dieser Schnitthöhe reicht nur die obere Spitze des Sägeblattes über die Werkstückoberkante hinaus.

Wird das Sägeblatt nur minimal über die Holzstärke ausgefahren, ist die Verletzungsgefahr reduziert

Niedrigst mögliche Schnitthöheneinstellung erzeugt einiges an Ausrissen. Sowohl an der Ober- als auch an der Unterseite. Auf dem Bild mit dem Schnittergebnis habe ich das Werkstück nicht umgedreht, um die Unterseite zu zeigen. Die Schnitthöhe hat bereits an der Oberseite genug Ausrisse erzeugt:

Eine sehr geringe Schnitthöhe erzeugt Ausbrüche an der Oberseite

Wenngleich diese Schnitthöhe einiges an Ausrissen erzeugt, hat sie dennoch ihre Berechtigung: Bei schwierigen oder unsicheren Schnitten wird einfach wenig Sägeblatt präsentiert. Wenn bei dem Schnitt die Gefahr besteht, dass man wegrutscht, abkippt oder dergleichen, dann ist das mögliche Verletzungsrisiko hier am geringsten.

Ja, unsichere Schnitte macht man nicht. Aber sind wir doch ehrlich zu uns selbst: Jeder hat schon einmal einen unsicheren Schnitt mit der Kreissäge gemacht, weil es in der Situation scheinbar keine Alternative gab. Und wenn es schon sein muss, dann mit dem geringstmöglichen Risiko und das ist manchmal eben eine möglichst niedrige Schnitthöhe.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Niedrige Verletzungsgefahr, weil sehr wenig Sägeblatt "freigelegt" wird.

Nachteile:

  • Kickbackgefahr erhöht, weil die Sägezähne das Werkstück in Richtung des Bedieners zurückdrücken.
  • Ausrisse an Ober-, Unter- und Rückseite des Werkstücks.

Schnitthöhe Zahngrund - die optimale Schnitthöhe?

Als dritte Möglichkeit gibt es noch den klassischen Mittelweg. Hierbei wird die Schnitthöhe so eingestellt, dass der Zahngrund des Sägeblattes in etwa mit der Werkstückoberkante fluchtet. Der Zahngrund des Sägeblattes ist die unterste Aussparung zwischen den Sägezähnen, bevor der eigentliche Sägeblattkörper beginnt.

Der Zahngrund ist in etwa bündig mit der Oberkante des zu sägenden Holzes

Die Schnitthöhe so einzustellen ergibt das sauberste Schnittergebnis und die beste Schnittqualität. Wenn das Sägeblatt scharf ist, dann ist das ausrissfreie Sägen von folierten Pressspanplatten problemlos möglich.

Die Zahngrund Schnitthöhe ergibt ein sehr sauberes Schnittbild

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Sehr wenige oder keine Ausrisse an der Werkstückunterseite.

Vor- und Nachteil:

  • Kompromiss bezüglich Kickbackgefahr und Verletzungsgefahr durch das Sägeblatt.
  • Ausrisse am Ende des Werkstücks

Welche Schnitthöhe ist die beste?

Im Endeffekt gibt es – wie so oft – kein universal gültiges richtig oder falsch bei der Einstellung der Schnitthöhe des Sägeblatts. Je nachdem, was bei dem durchzuführenden Schnitt am wichtigsten ist, gibt es eine Höheneinstellung des Sägeblatts, die mehr oder weniger Sinn macht.

Sicherlich: Die am häufigsten gewählte und oftmals zweckmäßigste Einstellung ist die Sägeblatt Schnitthöhe so einzustellen, dass der Zahngrund in etwa auf der Höhe der Werkstückoberseite liegt. Meist kommt es ja auf einen sauberen und ausrissfreien Schnitt an. Auch in Bezug auf die Sicherheit ist es ein guter Kompromiss.

Nichtsdestotrotz sollte man sich vor Augen führen, dass eine andere Schnitthöhe bei manchen Schnitten eine sinnvolle Alternative darstellt.

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