Ausschnitt der Stammprojekte Holzwerkstatt

Winkeleinstellbrett für die Schärfführung

Nur wenn Deine Schärfführung korrekt eingestellt ist, kannst Du damit einen definierten Schneidwinkel bequem, einfach und wiederholgenau schärfen. Ein Winkeleinstellbrett erleichtert das wiederholgenaue korrekte Einstellen des Schärfwinkels an der Schärfführung. 

Eine Schleifführung mit eingespanntem Hobeleisen steht auf Winkeleinstellbrett

Nur wenn Deine Schärfführung korrekt eingestellt ist, kannst Du damit einen definierten Schneidwinkel bequem, einfach und wiederholgenau schärfen. Ein Winkeleinstellbrett erleichtert das wiederholgenaue korrekte Einstellen des Schärfwinkels an der Schärfführung. 

Mit dem Winkeleinstellbrett lassen sich Schärfwinkel schnell und wiederholgenau einstellen. Das hat den Vorteil, dass man den Winkel nicht bei jedem Schärfen neu anschleifen muss. Denn freihand lässt sich ein Winkel nur schwer bis gar nicht zu 100% wiederholgenau einstellen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Hobeleisen oder der Stechbeitel immer in einem genauen 90° Winkel eingespannt wird. Das tritt bei einer Zweibacken-Schärfführung zwar zurück, wird aber bei einer Schärfführung, die von oben klemmt relevant. Ich besitze die Universal-Schärfführung von Dictum und die klemmt von oben. Bisher habe ich mich daher immer schwer getan, ein Stemmeisen oder in Hobeleisen im rechten Winkel zu schärfen. Mit dem Einstellbrett ist das deutlich leichter.

Anwendung des Winkeleinstellbretts

Das Einstellen des Schärfwinkels geht mit dem Einstellbrett extrem schnell. Einfach das Hobeleisen in die Schärfführung einlegen, die Führung mit dem Anschlag an die Vorderkante der Einstellhilfe anlegen und dann das Eisen bis an den Stoppblock schieben. 

An einem in der Schärfführung eingespanntem Hobeleisen wird am Einstellbrett der korrekte Schärfwinkel eingestellt.
Einstellen des Anschliffwinkels am Stoppblock. Hier: 25°.

Das Einstellbrett erleichtert auch das wiederholgenaue Anschleifen einer Mikrofase. Hierzu wird nur ein kleines Holzplättchen benötigt. Die Stärke sollte ca 0,5 - 1 mm betragen. Wäre das Plättchen stärker, würde der Winkel zu stark abweichen.

Ein dünnes Holz zwischen Hobeleisenschneide und Anschlagblock verschiebt das Hobeleisen, um eine Mikrofase anzuschleifen
Einstellen der Mikrofase mit einem kleinen Abstandshölzchen

Ebenso wie mit der Mikrofase können mit dickeren Abstandsplättchen Zwischenwinkel eingestellt angeschliffen werden. Da ich die Anschlagsblöcke in 5° Schritten aufgeleimt habe, kann das hilfreich sein, wenn beispielsweise 27,5° statt 25° oder 30° angeschliffen werden sollen.

Die Teile des Winkeleinstellbretts

NummerBeschreibungMengeLängeBreiteStärkeMaterial
1Grundplatte1380mm140mm18mmBuche Leimholz
2Sockelleisten für Grundplatte2380mm12mm18mmBuche Leimholz
3Längsrahmen2400mm30mm10mmAkazie (Robinie)
4Querrahmen2140mm30mm10mmAkazie (Robinie)
5Anschlagblock750mm15mm10mmAkazie (Robinie)

Das Winkeleinstellbrett besteht aus einer Grundplatte, die durch einen Sockel erhöht wird, damit das Hobeleisen bequem und winkeltreu in der Schärfführung eingespannt werden kann.

Auf die Grundplatte werden sieben Anschlagblöcke geleimt. Sechs davon für die Winkel 15°, 20°, 25°, 30°, 35°, und 40°. Ein weiterer Anschlagblock dient dem rechtwinkligen Einspannen des Hobeleisens oder Stemmeisens.

Die Grundplatte wird aus optischen Gründen durch einen Rahmen aus Akazie eingefasst. Das ist optional, schafft aber einen schönen Kontrast zur Buche und harmoniert farblich mit den Anschlagblöcken, die ebenfalls aus Akazie sind. Außerdem verdeckt es die zwei Sockelleisten.

Zuschneiden und Verleimen der Grundplatte

Eine Leimholzplatte in den passenden Maßen für die Grundplatte hatte ich noch als Restholz. Daher musste ich keine aus einer größeren Platte zurechtschneiden. Von der Grundplatte habe ich noch zwei Sockelleisten abgesägt.

Ein Streifen für eine Leiste wird aus einer Buche Leimholzplatte gesägt.
Zuschneiden der beiden Sockelleisten

Die Sockelleisten werden um 90° gedreht auf die Grundplatte aufgeleimt. Durch die Drehung sind die Sockelleisten 12 mm hoch und 18 mm breit. Die Höhe der Sockelleisten und die Stärke der Grundplatte ergibt eine Gesamthöhe von 30 mm. Das ist eine gute Höhe, um später ein Hobeleisen oder einen Stechbeitel bequem in die Schärfführung einzuspannen.

Die beiden Sockelleisten werden mit Zwingen fixiert auf die Grundplatte aufgeleimt
Verleimen der Sockelleisten mit der Grundplatte

Während der Leim anzog, habe ich aus einer 10 mm Akazie starken Leimholzplatte die vier Leisten für den Rahmen geschnitten. Die Leimholzplatte kommt von einem alten Ikea Übertopf. Hätte ich diesen nicht über gehabt, hätte ich die Leisten aus einer normale 18mm Leimholzplatte geschnitten.

Die Leisten sind ca. 30,5 mm breit, damit sie so hoch sind, wie die Grundplatte mit den Sockelleisten. Der Überstand von ca. 0,5 mm wird später heruntergeschliffen. Das garantiert eine perfekt ebene Oberfläche.

Letztendlich ist der Akazienrahmen nicht notwendig und hat nur eine optische Funktion. Daher könnte er auch weggelassen werden. Ich bin allerdings der Meinung, dass auch Jigs und Werkstatthilfen gut aussehen sollten. Dann nimmt man sie gerne in die Hand. Das ist vor allem bei Schärfwerkzeug wichtig, denn wer schärft schon gerne?

Den Überstand der Sockelleisten, den Du oben sehen kannst, habe ich mit einer Handsäge abgesägt. Danach habe ich die Rahmenleisten aufgeleimt. Nachdem der Leim angezogen hatte, habe ich die Grundplatte geschliffen.

Metabo SXE 450 steht nach dem Schleifen auf der glatten Oberfläche der Grundplatte des Winkeleinstellbretts
Schleifen der Grundpatte mit dem Exzenterschleifer

Winkeleinstellungen mit Anschlagblöcken herstellen

Ablängen der Anschlagblöcke

Die Anschlagblöcke habe ich aus einem Stück Leimholz mit den Maßen 120 mm x 50 mm geschnitten. Da das Stück sehr klein war, kann es nicht sicher mit der Hand geführt werden. Die Hand wäre im Gefahrenbereich der Kreissäge.

Daher habe ich ein Opferholz verwendet, um das Holz zu führen. Gleichzeitig habe ich das Holz mit einem Schiebestock seitlich stabilisiert. Das Opferholz muss natürlich lang genug sein, damit der abgelängte Anschlagblock durch den kompletten Sägeweg geschoben werden kann, ohne dass die Finger am Ende in die Nähe des Sägeblattes kommen.

Akazienholz wird mit einem MDF Opferholz an der Tischkreissäge in passende Anschlagblöcke zersägt
Ablängen der Anschlagblöcke mit einem Operholz

Anbringen des 90° Anschlagblocks

Damit das zu schärfende Eisen einfach im rechten Winkel in der Schärfführung eingespannt werden kann, wird ein Anschlagblock auf einer Seite der Grundplatte aufgeleimt.

Damit der 90° Winkel exakt wird, habe ich den Leim aufgetragen und den Block mit den Fingern ca eine Minute auf die Grundplatte aufgepresst. Dadurch zieht der Leim ein wenig an und der Block verrutscht nicht mehr so schnell. Dann habe ich den Block mit einem Schreinerwinkel im rechten Winkel zur Vorderseite der Grundplatte ausgerichtet.

Mit einem Schreinerwinkel wird die Rechtwinkligkeit des Anschlagblocks zur Vorderseite der Grundplatte kontrolliert.
Aufleimen des 90° Anschlagblocks im rechten Winkel zur Vorderseite der Grundplatte

Der 90° Anschlagblock ist notwendig, wenn man eine Schärfführung hat, die das Hobeleisen nicht automatisch ausrichtet. Dies ist bei meiner Schärfführung der Fall, weil sie das Hobeleisen von oben klemmt. Bei einer Zweibackenschleifführung richtet das Eisen selbst aus. Dazu muss sie allerdings genau gearbeitet sein, was die meisten Fertigungen aus China nicht sind.

Ein in der Schärfführung eingespanntes Hobeleisen wird am 90° Stoppblock rechtwinklig ausgerichtet
Der 90° Stoppblock dient zum Ausrichten des zu schärfenden Eisens

Aufleimen der Stoppblöcke

Das Aufleimen der Stoppblöcke folgt einem einfachen Prinzip: Ein breites Hobeleisen wird mit Hilfe des 90° Stoppblocks eingespannt und in der Länge so lange verstellt, bis der Anschliffwinkel stimmt. Den Winkel überprüfe ich mit einem Neigungsmesser.

Stimmt der Anschliffwinkel, dann leime ich einen Anschlagblock an der Voderkante des Hobeleisens auf die Grundplatte. Da das Hobleisen rechtwinklig eingespannt ist, wird der Block ebenfalls im rechten Winkel zur Vorderkante aufgeleimt. Das ist wichtig, weil so jedes Hobel- oder Stemmeisen wiederholgenau rechtwinklig geschliffen wird.

Ein in der Schärfführung eingespanntes Hobeleisen wird am 90° Stoppblock rechtwinklig ausgerichtet
Das Hobeleisen wird mit dem Anschlagblock rechtwinklig eingespannt.

Damit der Anschliffwinkel stimmt, habe ich zuerst den Neigungsmesser auf die Grundplatte gestellt und genullt. So zeigt er den Winkel relativ zu seiner Oberfläche an.

Den Neigungsmesser habe ich mit den integrierten Magneten auf dem Hobeleisen befestigt. Dann habe ich das Hobeleisen am 90° Block ausgerichtet. Hierbei ist es zu wissen, was der Anschlag der Schärfführung ist. Bei meiner ist es nicht die Aluminiumvorderkante, sondern die schwarze Plastikaufnahme für die Rolle, auf welche die Aluminiumplatte aufgeschraubt ist. Wenn Du – so wie ich – die Schärfführung von Dictum verwendest, musst Du darauf achten.

Das Hobeleisen wird dann so lange in der Länge verschoben, bis der Winkel passt. Das ist mehr ein Raten, als ein Wissen. Ich hätte den Winkel auch ausrechnen können (Guten Tag Mathe, Dreisatz und Pythagoras), aber es ist schneller das über das Probieren zu machen. Grundsätzlich gilt: Je weiter das Hobeleisen übersteht, desto kleiner wird der Anschliffwinkel. Je kürzer das Hobeleisen übersteht, desto größer wird der Anschliffwinkel.

Die Schärfführung steht mit eingespannten Hobeleisen auf der Grundplatte. Ein Neigungsmesser auf dem Hobeleisen zeigt 25° an.
Ausrichten des Hobeleisens auf den korrekten Schärfwinkel

Letzten Endes ist es egal, ob der Winkel genau 25,0° beträgt oder eben 24,8° bzw 25,2°. Wer keine Lust hat, lange herumzuprobieren, kann auch einen annähernd genauen Winkel nehmen. Die Hobeleisen und Stechbeitel haben tendenziell nicht den gleichen Winkel angeschliffen und werden beim ersten Schärfen mit der Winkeleinstellhilfe also sowieso ein wenig umgeschliffen. Nach dem ersten Mal, ist der Winkel dann wiederholgenau und das Schärfen geht sehr schnell. Dem Holz ist es erst recht egal, ob es mit 24,8°, 25,0° oder 25,2° gehobelt wird.

Der Anschlagblock wird an der Vorderkante des Hobeleisens ausgerichtet und verleimt
Ausrichten des Anschlagblocks am Hobeleisen. Hier habe ich die falsche Kante (die Aluminiumkante) an der Schärfführung als Anschlag genommen. Den Block musste ich nochmal entfernen und erneut aufleimen.

Die Entfernung des Stoppblocks zur Vorderkante wird durch das eingespannte Hobeleisen bestimmt. Da das Hobeleisen rechtwinklig eingespannt ist, ist es sehr einfach es auch rechtwinklig aufzuleimen. Ich habe es am eingespannten Hobeleisen ausgerichtet und damit hatte es sich.

Damit es nicht verrutscht, habe ich es mit den Fingern angedrückt, bis der Leim ein wenig angezogen hat. Dann habe ich es noch einmal am Eisen ausgerichtet, mit dem Schreinerwinkel überprüft und dann mit einem Klinkerstein beschwert.

Das rechtwinklige Aufleimen des Anschlagsblocks wird mit einem Schreinerwinkel kontrolliert
Kontrollieren der Rechtwinkligkeit des Anschlagblocks.

Diese Schritte habe ich für die sechs Winkel (15°, 20°, 25°, 30°, 35°, und 40°) wiederholt. Wenn der Leim des letzten Anschlagblocks angezogen hat, ist die Winkeleinstllhilfe im Prinzip fertig. Es fehlt nur noch die Oberflächenbehandlung.

Oberflächenbehandlung

Die Oberflächenbehandlung ist bei einem Jig meistens zweitrangig und optional. Da ich die Werkstatthilfen aber auch ein wenig schön haben möchte, habe ich das Winkeleinstellbrett mit Teak Oil geölt.

Das frisch geölte Winkeleinstellbrett liegt auf der Arbeitsplatte. Durch das Teak Öl kommt die Maserung gut zur Geltung.
Ölen des Winkeleinstellbretts mit Teak Öl

Nachdem as Öl ausgehärtet ist, kann das Winkeleinstellbrett benutzt werden. Wie es benutzt wird stand bereits am Anfang des Artikels.

Wenn Du Verbesserungsvorschläge oder andere Anmerkungen zu dem Winkeleinstellbrett hast, freue ich mich über einen Kommentar.

Das Stammprojekte Logo zeigt ein Kreissägeblatt, das in einen Baumstamm übergeht.

Über Tobias

Ich bin der Gründer von Stammprojekte. Seit ich Pinterest entdeckt und mir deswegen eine Kreissäge gekauft habe, bin ich fasziniert von den unendlichen Möglichkeiten der Holzbearbeitung und bedenklich viel in der Werkstatt.

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